„Lass sie rein“ (Stoppok)

Vor kurzem bin ich auf das Lied „Lass sie rein“ von Stoppok gestoßen für welches Stoppok einen riesen Shitstorm erntete, obwohl es nur ein Song ist, der nichts weiter fordert, als sich der Pflicht zu stellen, den Menschen zu helfen:

„Die alte Frau, die alleine da sitzt, lass sie rein Den jungen Mann, der sich mit Krücken stützt, lass ihn rein Das Mädchen, das sich da hinten versteckt, weil es keinem mehr trauen kann, lass es rein.“ (Stoppok)

Ein Shitstorm für eine Forderung, die als Song formuliert zutiefst humanistisch ist. In Deutschland sind viele Menschen nicht damit einverstanden, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen. Sie sagen: „Das ist zu teuer. Das ist schwer zu organisieren und sie können sich nicht integrieren. Zu viele Menschen, die anders sind. Wir haben doch schon genug aufgenommen.“ In einer Welt, in der es wieder salonfähig geworden ist über das Bauen von Mauern nachzudenken, bezieht Stoppok mit seinem Lied „Lass sie rein“ klar Stellung für die Menschlichkeit. Sein Musikvideo, das die Not von Flüchtlingen heute, aber auch nach dem zweiten Weltkrieg oder die Zeit der deutschen Trennung thematisiert, lässt einen wirklich nachdenken.

„Hast du Angst, dass dir hier irgendwer was nimmt? Kann schon sein, dass das vielleicht auch stimmt. Das was du hast, gehört dir nicht allein. Du hast kein Recht darauf. Das bildest du dir die ganze Zeit nur ein. Mach die Türe auf und lass sie rein. Die Zukunft funktioniert nicht allein, sei ein Mensch und lerne zu teilen.“

Dass Stoppok Recht hat, beweist MoTrip, ein Rapper, der uns bei der Sendung „Sing meinen Song“ seine Geschichte erzählt hat. Er sang das Lied „80 Millionen“ in seiner Version und rührte alle zu Tränen. In seiner Strophe heißt es:

„So weit gekommen und so viel gesehen So viel passiert das wir nicht verstehen. Berge erklommen um hier heut zu stehen, Meere durchschwommen, um Krieg zu entgehen. Grenzen passiert, marschiert unter Tränen Doch ich fand hier meine Identität Alles verloren in der Nacht als wir flohen. Und mich dann hier gefunden als einer von 80 Millionen.“ (MoTrip)

Nun fordere ich euch auf, diese beiden Songs anzuhören. In der Bibel heißt es:

„Du sollst den Nächsten lieben, wie dich selbst.“ (3. Mose 19,18 und Mk 12,31 – Lutherbibel 2017)

Für Christen und Christinnen ist es eine Pflicht, anderen Menschen zu helfen. Also lasst uns helfen!

 

Hier gehts zum Lied von Stoppok: https://youtu.be/RdNNYThf00c

Hier gehts zum Lied von MoTrip: https://youtu.be/5NY-wlMbP4A

WiederWort von Stella (15)

(Un-) Perfekt

Große Nase, kurze Beine, Segelohren, dicker Bauch, Wurstfinger. All das sind „klassische“ Dinge, auf die Menschen bei anderen besonders gerne gucken und sich vielleicht sogar darüber lustig machen. Aber egal, ob man nun eine etwas zu große Nase oder abstehende Ohren hat: Es geht nicht um Äußerlichkeiten. Gott reduziert uns nicht auf unser Aussehen und unsere Äußerlichkeiten. Er blickt hinter die Fassade, kratzt an der Oberfläche, um zu sehen, was sich dahinter verbirgt. Er nimmt all das wahr, was wir vielleicht verbergen – sei es aus Angst, Scham oder Unsicherheit. Gott sieht in unser Innerstes, in unser Herz.

„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an.“ (1Sam 16,7 – Lutherbibel 2017)

WiederWort von Sophia (25)

 

 

100 %

Ich glaube, jeder hat das schon mal erlebt: Man arbeitet an etwas, zum Beispiel einem Projekt, einer Aufgabe oder einem Geschenk. Irgendwie findet man dann immer noch etwas, das nicht gut genug ist beziehungsweise besser sein könnte. Also verbessert man es oder macht es nochmal. Und letztlich sitzt man stundenlang an einer Sache, die eigentlich nur eine halbe Stunde gedauert hätte – wäre da nicht dieser Perfektionismus.

Irgendwas könnte immer besser sein und nach und nach verliert man seine Prioritäten aus den Augen. Mir fällt es manchmal schwer, Sachen zu beenden, mit denen ich nicht 100 % zufrieden bin.

Im Buch des Predigers Salomo steht:

Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden , dass er nur Gutes tue und nicht sündige. (Prediger 7,20 – Lutherbibel 2017)

Gemeint ist, dass kein Mensch perfekt ist und Gott weiß das. Darum versuche ich, meine Schwächen zu akzeptieren und auch Unperfektes zuzulassen.

WiederWort von Lisa (19)

 

Komm an den Tisch

He said: „Come to the Table“ (Komm an den Tisch)
So heißt es in dem Lied Come the the Table von Sidewalk Prophets.

Daran scheint in dieser Zeit so vieles falsch zu sein:
Irgendwo hinkommen? „Wir sollen doch zuhause bleiben“
An den Tisch? „Da sind doch bestimmt andere!“
„Wenn dann mit Mundschutz!“
„Kann man sich auch online treffen?“

Also lieber nicht?

Aber vielleicht sitzen wir ja gerade alle schon an einem Tisch.
Wir alle haben mit den Herausforderungen des Corona-Alltags zu kämpfen,
und sind in die Nöte anderer vielmehr eingebunden als sonst.
Wir tauschen uns aus und stärken uns gemeinsam,
wie an einem Tisch eben.

Gott ruft uns an seinen Tisch

Im Lied ist es Gott, der uns ruft.
Er lädt uns ein, bei ihm zu sein.
Dort können wir Ruhe finden,
auftanken,
und merken, dass wir nicht alleine sind.

So heißt es in Matt 11,28:
„Komm her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch die Last nehmen.“

Gottes Einladung gilt für ausnahmslos jeden.

Höre das Lied.

WiederWort von Yann (25)

Osterbotschaft

Ich muss sagen, in diesem Jahr habe ich die Osterbotschaft ganz besonders gebraucht:

Christus ist auferstanden. Das Leben siegt über den Tod!

Noch nie habe ich ein so seltsames Osterfest erlebt. Ohne Gottesdienste, ohne richtiges Beisammensein im Kreis der Familie. Ostern – geprägt von den Nachrichten der vergangenen Wochen. Von einem bis dato unbekannten Virus, das sich rasant ausbreitet. Von Menschen, die ohne Angehörige an ihrer Seite sterben. Von Familien, die nicht einmal auf dem Friedhof richtig von ihren Liebsten Abschied nehmen können. Keine Umarmungen, kein Handschlag. Immer nur Abstand halten.

So langsam merke ich, wie sehr mir das fehlt, Freunde und Familie endlich wieder zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Sich nicht immer nur über das Telefon zu unterhalten. Angehörigen, mit denen ich in diesen Tagen am Grab stehe, die Hand geben zu können. Eine Berührung als Zeichen des Mitgefühls und der Anteilnahme.

Und mitten in all das hinein habe ich am Sonntag die Botschaft von Ostern gehört: Gott ist stärker als der Tod.

Sie hat mich in diesem Jahr irgendwie noch stärker berührt als sonst. Ostern schenkt Hoffnung. Denn Gott schafft Leben allen Widerständen zum Trotz. Darauf verlasse ich mich, dass Gottes Liebe alle Grenzen, allen Abstand, überwindet. Dass er uns Leben – auch in diesen seltsamen Zeiten – ganz neu eröffnet.

WiederWort von Stefanie (34)

 

Der mexikanische Fischer

Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen, welche eine wichtige Erkenntnis über das Leben beschreibt, das unsere Gesellschaft erschaffen hat. Der Autor der Geschichte ist unebkannt.

Der amerikanische Investmentbanker stand am Pier eines kleinen, mexikanischen Küstendorfes als ein kleines Boot andockte, mit nur einem Fischer an Bord. In dem Boot lagen mehrere große Thunfische. Der Amerikaner gratulierte dem Mexikaner zur Qualität seines Fisches und fragte, wie lange er gebraucht hätte um sie zu fangen. Der Mexikaner erwiderte: “Nur eine kleine Weile.“ Daraufhin fragte der Amerikaner: “Warum sind Sie nicht länger auf See geblieben
und haben noch mehr Fische gefangen?“ Der Fischer antwortete: “Weil ich damit mehr als genug habe um meine Familie zu versorgen.“ Der Amerikaner fragte: “Aber was machen Sie mit dem Rest Ihrer Zeit?“ Der Fischer erwiderte: “Ich schlafe lange, angle ein bisschen, spiele mit meinen Kindern, mache Siesta mit meiner Frau Maria, bummle abends ins Dorf, trinke eine Karaffe Wein und spiele Gitarre mit meinen Amigos. Ich habe ein erfülltes und beschäftigtes Leben.“ Der Amerikaner spottete: „Ich habe in Harvard studiert und könnte Ihnen helfen. Sie sollten mehr Zeit ins Fischen investieren und vom Erlös ein größeres Boot kaufen. Nach einer Weile könnten Sie dann wiederum aus dem Erlös mehrere Boote kaufen. Schließlich hätten sie eine ganze Flotte an Fischerbooten. Statt ihren Fang an einen Zwischenhändler zu verkaufen, sollten Sie direkt an den Verarbeitungsbetrieb verkaufen und schließlich sogar Ihre eigene Konservenfabrik eröffnen. So hätten Sie die Kontrolle über das Produkt, die Verarbeitung und die Vermarktung. Sie müssten natürlich dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexico City ziehen, später dann nach Los Angeles und schließlich New York, wo Sie Ihr ständig expandierendes Unternehmen führen würden.“ Der mexikanische Fischer fragte: “Doch wie lange würde das alles dauern?“ Der Amerikaner antwortete: “15 bis 20 Jahre.“ Der Amerikaner lachte und sagte: “Dann kommt ja erst das Beste. Zur passenden Zeit würden Sie an die Börse gehen und ihre Aktien verkaufen und sehr, sehr reich werden. Sie würden Millionen verdienen.“ „Millionen?…Und was dann?“ Der Amerikaner sagte: „Dann würden Sie sich zur Ruhe setzen. Sie hätten dann die Möglichkeit, in ein kleines Küstendorf zu ziehen, wo Sie lange schlafen, ein wenig angeln, mit Ihren Enkeln spielen, mit Ihrer Frau Siesta machen und abends ins Dorf bummeln, wo Sie Wein trinken und mit Ihren Freunden Gitarre spielen könnten Der Fischer macht für einen kurzen Moment große Augen. Dann fängt er an zu lachen. Er greift in sein Boot und nimmt seine Fische. Höflich wünscht er dem Unternehmer einen schönen Tag und macht sich kopfschüttelnd auf den Weg nach Hause…

Mich persönlich erinnert diese Geschichte immer daran, dass wir Dingen einen hohen Wert zuschreiben, die eigentlich keinen so hohen Wert haben sollten. Wir leben in einer seltsamen Welt. Anstatt Tomaten in unserem Garten anzupflanzen, gehen wir hart für Geld arbeiten. Dieses Geld nutzen wir dann, um Tomaten in einem Supermarkt zu
kaufen, die aufwändig und mühsam dorthin transportiert wurden. Es ist nur ein kleines Beispiel für die seltsamen Umwege, die unsere Gesellschaft geht. Ständig möchte man uns weismachen, das große Glück läge in Geld, Luxus und
materiellem Besitz. Doch die Wahrheit ist, dass das Glück in uns liegt. In uns und den Dingen, die wir lieben. Viele sagen: „Ich lebe, um zu arbeiten.“, aber vielleicht sollten sie dann an diese Geschichte denken und ihr Motto umdrehen in:
„Ich arbeite, um zu leben.“ Wann immer du dir Sorgen über Geld und materiellen Besitz machst, denke an den mexikanischen Fischer. Vielleicht hilft diese Geschichte auch dir dabei, dich zu erden und einen Blick auf das Wesentliche zu erlangen.

WiederWort von Stella (15)

 

Smile to go

Wir geben euch heute ein Lächeln mit auf den Weg. 😉 Denn auch wenn im Moment vieles anders ist, uns persönliche Begegnungen fehlen, die Sorge um die Gesundheit anderer Menschen und vielleicht auch um die eigene da sind, so möchte ich doch das Lachen nicht verlernen. Ich merke, dass ich mich im Moment noch mehr als sonst über den Anruf einer Freundin freue, über die Sprachnachricht von meinem Patenkind oder einfach darüber von älteren Menschen aus der Gemeinde zu hören, dass es ihnen gut geht. All diese Dinge zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Und auch der Spaziergang draußen in der Sonne lässt mich durchatmen und Kraft tanken. Ich merke: Trotz allem ist so viel Leben um mich herum und dafür bin ich Gott dankbar.

In Psalm 28 betet ein Mensch voller Zuversicht:

Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn traut mein Herz und mir ist geholfen. (Psalm 28,7 – Lutherbibel 2017)

Darauf verlasse ich mich auch jetzt. Dass Gott an unserer Seite ist. Dass er um unsere Sorgen weiß. Er schenkt uns Kraft und Zuversicht und zaubert uns immer wieder neu ein Lächeln ins Gesicht.

WiederWort von Stefanie (34)

Freie Zeit

Gestern habe ich meine To-Do-Liste zerrissen. Nomrmalerweise bin ich richtig gut darin, solche Listen zu schreiben und sie dann nach und nach abzuarbeiten. Aber im Moment ist ja alles ganz anders. Unser normaler Alltag hat sich auf den Kopf gestellt. Aus Rücksicht auf andere und auch, um uns selbst zu schützen, ist zu Hause bleiben angesagt. Manche arbeiten im Homeoffice, andere haben frei oder kümmern sich um die Kinder, die jetzt zu Hause sind. Auch das sind eine Menge Aufgaben, aber eben ganz anders als unser sonstiger Alltag. Es ist viel freie Zeit dazugekommen. Wenn die momentane Situation überhaupt positive Seiten hat, dann ist das eine davon. Endlich habe ich Zeit, den Schal, den ich schon für den letzten Winter fertig haben wollte, zu Ende zu stricken. Ich habe Zeit, mal wieder ein tolles Buch zu lesen und meine Lieblingsserie zu streamen. Und vor allem, kann ich mit Menschen telefonieren und ihnen schreiben. Eben all das, was normalerweise immer viel zu kurz kommt. Da vergeht die Zeit dann wie im Flug und die schlechte Laune bleibt auch weg.

Meine To-Do-Liste brauche ich im Moment nicht mehr. Stattdessen habe ich mir eine neue Liste angelegt: „Aufwachen“ und „Großartig sein“. Damit fange ich gleich heute an. Ich genieße auch freie Momente und schaue, wo ich für die Menschen in meinem Umfeld gerade hilfreich sein kann – und wenn das auch einfach „nur“ heißt, zu Hause zu bleiben.

Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ (Prediger 3,1 – Lutherbibel 2017)

WiederWort von Lisa (19)

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