Genauer hingucken

Gottes Schöpfung ist vielfältig und bunt. Jeder Teil von ihr ist auf seine Art und Weise einzigartig. Doch vergessen wir manchmal, genauer hinzugucken. Nicht nur wie bei diesem Tierchen auf der Sonnenblume, sondern auch bei Menschen. Manchmal sind die unsichtbarsten Dinge an uns etwas, was uns besonders macht. Sich dessen bewusst zu werden angesichts der Schöpfung Gottes, fällt im Alltag nicht leicht. Aber ich kann sagen: Es lohnt sich, auch mal auf die kleinsten Dinge zu achten, so unscheinbar sie auch sind.

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. (Psalm 104,24)

WiederWort von Lisa (19)

Tagebuch

Ich bin gerade im Urlaub. Ich will euch nicht neidisch machen; das sei ferne! Aber für diesen Urlaub habe ich mir etwas vorgenommen, was ich noch nie gemacht habe: Ich schreibe Tagebuch. Ich wollte die vielen Momente, die ich in dieser (Aus-)Zeit erlebe, festhalten, um dann in ein paar Jahren zurückschauen und mich erinnern zu können. Jetzt merke ich aber, dass Tagebuch-Schreiben nichts ist, was mich allein auf die Vergangenheit zurückschauen lässt.

Ich blicke mit anderen Augen auf meine Gegenwart. Ich mache mich auf die Suche und entdecke viele Momente, die ich gerne festhalten, die ich niederschreiben will. Das Tagebuchschreiben lässt mich mehr auf das achten, was ich erlebe; vielleicht ein bisschen wie Stefanie das von St. Mungo geschrieben hat.

Ich frage mich, ob ich diesen Blick nicht in meinen Alltag integrieren kann. Natürlich kann ich da nicht jeden Tag Tagebuch schreiben; das wäre mir viel zu aufwendig. Aber vielleicht kann ich ja einen Gedanken, eine Begegnung, einen besonderen Moment festhalten. Und vielleicht kann ich so auch mehr auf das achten, was ich zusammen mit Gott oder von Gott erlebe.

Ich glaube, dass es wichtig ist, diese Momente festzuhalten. Sie führen uns den reichen Schatz an Erlebnissen mit Gott vor Augen und helfen, in Zeiten des Zweifelns zurückzublicken und sich daran zu erinnern, dass Gott da ist.

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2)

WiederWort von Yann (25)

Neu sehen lernen

Das ist St. Mungo, der Schutzpatron  und erste Bischof der schottischen Stadt Glasgow. Letztes Jahr habe ich ihn auf einer meiner Reisen entdeckt. Sein Bild fasziniert mich. Es zeigt diesen Kirchenmann aus dem 6. Jahrhundert in unserer Zeit, ganz so wie er heute leben würde. Zugewandt und aufmerksam, Kleines beachtend.

Über ihn wird erzählt, dass er verschiedene Wunder getan haben soll. Eines davon ist das Lebendigmachen eines Rotkehlchens. Mungo beobachtete, wie Leute das Tier mutwillig töteten. Er nahm den Vogel in seine Hände, sprach ein Gebet und das Rotkehlchen erwachte zu neuem Leben.

Es ist nicht dieses vermeintliche Wunder, das mir nachgeht. Es ist dieses Sich-Anrühren-Lassen, dieses sich Sorgen um alles Lebendige. Und es ist das Vertrauen in die Kraft des Gebets. Mungo vertraut sich ganz Gott an. Er betet zu Gott, begibt sich ganz in Gottes Hand. Aus diesem Vertrauen heraus entsteht neues Leben.

Gott hilft uns, neu sehen zu lernen – Leben um uns herum wahrzunehmen und zu achten und die Schönheit des Lebens zu entdecken. Gott hilft uns, uns im Gebet ganz auf ihn, auf seine Kraft, einzulassen, mit der er uns in unserem Leben begleitet.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20, Lutherbibel 2017)

WiederWort von Stefanie (35)

 

Teilen

Schöne Momente werden natürlich geteilt. In deinem Status auf WhatsApp oder in deiner Story auf Instagram. Mit Freunden.

Ein tolles Urlaubserlebnis? Wird geteilt! Ein leckeres Essen? Wird geteilt! Unsere schönsten Momente wollen wir nicht für uns behalten. Völlig klar!

Manchmal erlebt man auch „Gottes-Momente“. Wenn man Mist gebaut hat und dann spürt wie Gott vergibt oder wenn man mal traurig ist und bei Gott wieder Trost und Freude findet. Wenn Gott einen kleinen Sorgenberg kleiner gemacht hat. Wenn man über Gottes Liebe staunt. Wenn unsere Gebete erhört werden und wir Wunder erleben. Hast du schon einmal einen Gottes-Moment erfahren?

Ich persönlich teile sehr gern meine Erfahrungen mit andern Menschen. Damit meine ich nicht in der Story bei Instagram. Nein. Wenn ich am Wochenende etwas erlebt habe, dann stürme ich morgens in die Schule und erzähle meinen besten Freunden jedes kleinste Detail.
Ich habe ein paar Verse gefunden, die uns alle dazu herausfordern:

„Vor der ganzen Gemeinde erzähle ich voll Freude, wie gerecht du bist und handelst. Herr, du weißt: Nichts kann mich abhalten, davon zu reden! Nie will ich verschweigen, dass du für Recht sorgst. Vor der ganzen Gemeinde rede ich von deiner Treue und Hilfe, ich erzähle, wie ich deine große Liebe erfahren habe.“ (Psalm 40, 10-11,Hfa)

Was hast du mit Gott erlebt? Teile es!
Ich möchte dir Mut machen, davon zu erzählen. Deinen Freunden. In der Jugendgruppe. In deinem Haushalt.

WiederWort von Stella (15)

Dankbarkeit

Fast zwei Wochen sind seit unserer Freizeit nach Dänemark vergangen. Zwei Wochen, in denen wir uns wieder an den Alltag gewöhnt haben – Arbeit und Schule haben schon begonnen.

Doch die Erinnerungen an unsere Erlebnisse, an die Gemeinschaft und an den Spaß, den wir hatten, begleiten mich noch immer.

Ich erinnere mich, wie ich häufig einen Moment inne hielt, auf den See vor unserem Haus geblickt habe und mir gedacht habe: Danke, dass wir trotz dieser kuriosen Zeit hier sein dürfen. Danke für die fast ganz „normale“ Freizeit. Danke, dass wir das erleben dürfen.

Ich danke dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

WiederWort von Sophia (25)

Segen für den ersten Schultag (und für alle, die zur Zeit etwas Neues beginnen)

Gott segne deinen ersten Schultag.

Er verwandle deine Angst vor dem Unbekannten in Neugierde auf alles, was kommt.

Er gebe dir Freundinnen und Freunde an die Seite, mit denen du lachen kannst und die dich auch mal abschreiben lassen.

Er gebe dir Lehrerinne und Lehrer, bei denen das Lernen Spaß macht und die dir mit ihrer Begeisterung neue Welten eröffnen.

Gott segne dich auf all deinen Wegen!

 

Wir wünschen euch Gottes Segen für das neue Schuljahr und alle Neuanfänge! Möget ihr auch unter den erschwerten Coronabedingungen in ein tolles Schuljahr starten!

 

WiederWort von Stefanie (35)

Abstand halten

Abstand halten – Social Distancing – Dass das einmal für mich zu einer „neuen Normalität“ werden würde, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen. Ich liebe große Konzerte – dicht an dicht in der Menge. In meiner Arbeit als Pfarrerin ist der persönliche Kontakt mit den Menschen das A und O. Auch mal die Hand des Anderen im Gespräch halten oder am Grab den trauernden Angehörigen die Hand zu geben oder sie kurz auf die Schulter zu legen. Gemeinsam mit den Gemeindegruppen zu essen, zu lachen und einfach zu erzählen – all das ist im Moment nur schwer oder gar nicht möglich. Mir fehlt das sehr und doch erlebe ich immer wieder, wie trotz des Abstands Nähe entsteht: durch Anrufe und Briefe, durch ein herzliches Lachen, das bis in die Augen strahlt und so auch hinter dem Mund-Nasen-Schutz sichtbar ist. Durch ein aufgeregtes Winken aus der Ferne, fast wie zu Kindertagen, weil man zufällig endlich mal wieder Bekannte unterwegs trifft. Durch geneinsames Gebet im Gottesdienst, auch wenn die Plätze in den Bänken nur unter Mindestabstand belegt werden können.

Es macht mich wütend, dass Manche Abstands- und Hygieneregeln immer noch für albern halten, das Virus als Teil einer weltweiten Verschwörung betrachten und sich gemeinsam mit Rechtsradikalen zum Protestieren auf die Straße stellen.

Abstand zu halten ist doch in dieser Zeit ein Zeichen des Respekts und der Achtung des Gegenübers. Es ist notwendig und sinnvoll. Dieser Abstand schafft doch auch eine ganz neue Form von Nähe. Eine Verbundenheit miteinander, die die 1,5 m überbrückt, weil es um das Wohl aller geht.

Und ich vertraue darauf, dass wir auch durch Gottes Nähe miteinander verbunden sind und er mit uns. Er ist an unserer Seite und hält uns fest. Er gibt uns niemals auf.

Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Psalm 73,28 – Einheitsübersetzung)

WiederWort von Stefanie (35)

Wo ist deine Hilfe?

Gott, wo ist deine Hilfe?

Das ist eine Frage, die Menschen zu allen Zeiten bewegt hat und gerade durch Corona vielleicht wieder in den Fokus vieler Christen rückt. Wo ist deine Hilfe in meiner Not, in meiner Sorge um Leib und Leben?

Diese Frage ist eine berechtigte Frage. Denn im Glauben an einen Gott, dem alles möglich ist, liegt doch auch die Hoffnung, dass er unser Leben in der Hand hält und uns vor Not und Sorge beschützt. Immer wieder machen wir aber die Erfahrung, dass alles, was uns niederdrückt, nicht einfach von uns genommen wird, sondern wir uns mühselig dadurch kämpfen müssen. Wo ist da Gottes Hilfe?

Wir rufen mit Jesus: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ein Vers aus 1. Könige 19 ist mir in diesem Zusammenhang besonders hängen geblieben:

„Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“

Lutherbibel 2017, © Deutsche Bibelgesellschaft

Er sagt mir, dass Gott all das, was uns bedrückt, sieht. Er sieht den weiten Weg, den wir vor uns haben. Aber er nimmt ihn nicht einfach von uns, sondern unterstützt uns auf unserem Weg. Er gibt uns Kraft, damit wir nicht aufgeben müssen, hilft uns trotz unserer Sorgen und Nöte aufzustehen und diesen Weg laufen können. Und so können wir, auch wenn alles andere versagt, sicher sein, dass Gott und seine Kraft bei uns ist, auch im finsteren Tal.

WiederWort von Yann (25)

Sommerhimmel

Als Kind habe ich unglaublich gerne die Wolken am Sommerhimmel beobachtet. Auf der Picknickdecke liegen, die Arme unter dem Kopf verschränkt und nach oben in den Himmel schauen. Dabei habe ich immer tolle Entdeckungen gemacht. Da flogen dann auf einmal Wolkendrachen, Engel, Schlösser und Fußbälle, Hunde und Elefanten schwebten über mir vorbei. In meinem Kopf entstanden dann die wunderbarsten Geschichten mit all diesen Protagonisten. Und manchmal habe ich davon geträumt, selbst auf einer dieser Wolken hoch über der Erde zu fliegen und Abenteuer zu erleben.

Noch heute gucke ich unheimlich gerne in den Sommerhimmel. Der Blick nach oben, weitet meinen Horizont. Dann merke ich immer wieder ganz bewusst, dass es so viel mehr gibt zwischen Himmel und Erde als ich mir vorstellen kann. In all der Weite und dann wiederum ganz nah bei mir, ist Gott. Er erdet mich, mit festem Grund unter meinen Füßen. Er gibt mir Weite, Raum zum Leben,  zum Entfalten. Er verbindet Himmel und Erde. Und manchmal frage ich mich, ob Gott nicht selbst auch an schönen Sommertagen die Wolken beobachtet und seine Freude hat an all dem, was da gerade so vorbeifliegt. 🙂

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit so weit die Wolken gehen. (Psalm 36,6 – Lutherbibel)

Wo ist dir Gott besonders nahe?

 

WiederWort von Stefanie (35)

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