Autor: WiederWort (Seite 2 von 13)

Unglücklich ist, wer vor der Zukunft Angst hat

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch total verloren fühlt. Das ist bei mir im Moment ein immer wiederkehrendes Gefühl. Es ist diese Ungewissheit was passieren wird. In naher und auch in weiter Zukunft. Mein Herz ist oft unruhig und vor dem Einschlafen habe ich oft so ein unangenehmes Bauchgefühl, dass mich um den Schlaf bringt. Ich muss bekennen, dass ich oft ungeduldig bin. Ich will endlich wissen, wie meine Zukunft aussehen wird. Ich mache so oft Pläne für mein Leben und bin mir völlig sicher, dass es genau so ablaufen wird, und doch grätscht mir das Leben immer wieder dazwischen und all meine Pläne zerfallen zu Staub. Von einem Moment auf den anderen ist alles was ich mir ausgemalt hatte hinfällig. Dann breitet sich in mir eine Panik aus und erst, wenn ich ein neues Ziel, einen neuen Plan habe, kann ich wieder beruhigt aufatmen. Ich bete schon so lange um Klarheit, verzweifle oft an dieser Ungewissheit. Warum zeigt Gott mir nicht einfach diese Dinge? Ich möchte das richtige tun, um später sicher zu sein, um mich sicher zu fühlen und nicht zu denken, dass sich alles, was ich mir aufgebaut habe innerhalb von einer Millisekunde in Luft auflöst.

Immer wieder sehe ich, wie alle anderen ihre Ziele erreichen und das bekommen, was sie sich so sehr wünsche, obwohl sie sich nicht mal halb so viel Mühe darum geben. Warum funktioniert es dann bei mir nicht? Naja, die Antwort ist ganz leicht. Das Leben ist nicht fair. Immer und immer wieder werden Menschen Steine in den Weg gelegt und es sollte uns nicht dazu bringen, aufzugeben und sich dem Gefühl der Hilflosigkeit hinzugeben. Nein! Was uns nicht umbringt macht uns stärker. Wir sollten dann einfach akzeptieren, dass es so geschehen ist und weiter machen. Irgendwie kommen wir schon da hin, wo wir hin sollen. So wie es einst der Philosoph Seneca sagte: „Unglücklich ist, wer vor der Zukunft Angst hat“ Gott wird uns leiten.

WiederWort von Stella (15)

Woran glaub ich eigentlich?

Na, ich bin doch Christ. Ich glaube an Jesus.

Und was bedeutet das?

Na, ich gehe zur Kirche…
Ich lese die Bibel…
Ich bin Nachfolger*in Jesu…

Diese zwei Fragen regen doch zum Nachdenken an. Klar, ich kann darauf einfache Antworten geben. Aber sind diese Antworten nicht vielleicht oberflächlich? Was steckt hinter diesen Antworten, was genau sind die Grundüberzeugungen meines Lebens?
Ich glaube, dass es sinnvoll ist, immer wieder in sich hineinzuhören, in sich selbst nachzuboren, wovon man überzeugt ist und warum. So können wir unsere eigenen Standorte festigen oder immer wieder neu bestimmen. So hängen wir unsere Herzen nicht an Dinge, die vergangen, gar nicht mehr aktuell sind, sondern können uns neu ausrichten. Oder wir erkennen, dass Altes noch ziemlich aktuell ist und schöpfen daraus neue Kraft.
Wenn Jesus Menschen begegnet ist, stellte er ihr Leben immer wieder auf den Kopf. Ein Zöllner bereichert nicht länger sich selbst, sondern verschenkt sein Geld.
Statt an sich selbst zu denken, laden Menschen Ausgeschlossene und Kranke ein, um gemeinsam zu essen.
Gott entspricht nicht unseren Erwartungen, er ist der, der uns immer wieder überrascht. Vielleicht tut es gut, feste Erwartungen immer für Überraschungen offen zu halten.

WiederWort von Yann (26)

Das war 2020

Ein ereignisreiches und turbulentes Jahr neigt sich dem Ende

„Dieses Jahr ist alles anders“.

Diesen Satz haben wir alle, glaube ich, mehr als genug gehört und trotzdem ist er wahr. Dieses Jahr ist alles anders. Wir leben in einer Pandemie. Es ist eine Situation, von der ich geglaubt habe, sie niemals erleben zu müssen. Aber doch ist es so. Sätze wie „Bitte Abstand halten“ oder „Setzen Sie bitte Ihre Mund-und-Nasemaske auf“ wären ohne diese Pandemie vollkommen sinnlos, doch nun sind sie von großer Bedeutung und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Die Welt ist eine andere geworden und wir müssen lernen, mit dieser neuen Normalität zu leben. Es werden auch wieder andere Zeiten kommen und daran zu glauben und darauf zu hoffen, dass wir bald einander wieder näher kommen dürfen – Handschläge, Umarmungen und Küsschen verteilen – darauf freue ich mich.

Meine Tage sind schneller gewesen als ein Läufer; sie sind dahingeflohen und haben nichts Gutes erlebt. (Hiob 9,25 ©️ Lutherbibel 2019)

WiederWort von Sophia (26)

Wunschzettel

Dieses Jahr dürften unsere Wunschzettel doch um einiges an Länge zugenommen haben. Mit jedem neuen Verbot kommt ein neuer Wunsch, eine Hoffnung dazu.

Ach, könnten wir doch zusammen feiern.
Ach, könnten wir uns doch wieder in den Arm nehmen.
Ach, wenigstens ein paar Weihnachtslieder gemeinsam singen.
Ach, wie schön es wär, wieder reisen zu können.
Ach, wie soll ich diese Zeit überstehen.
Ach, wie schön es wär, alle wären gesund.

Viele Sorgen und Nöte kommen gerade jetzt in Zeit von Verlust zusammen und viele „Achs“, viele Klagen könnten diese Liste noch ergänzen, ob es der Wunsch nach Nähe oder der nach Perspektive in der von existentieller Angst getriebenen Gegenwart ist. Und das gerade in der Weihnachtszeit, in der Zeit von Frieden und Besinnlichkeit, von Zusammenhalt und Liebe. Hier zeigt sich die Fallhöhe unerfüllter Hoffnung.
Aber da gibt es eine Hoffnung, die im Kleinen wächst, erst einmal unscheinbar, kaum zu erkennen. Sie kommt aus einem Stall in Betlehem. Es ist Jesus von Nazareth. Diese Hoffnung wird die Wünsche und Hoffnungen, die konkreten Ängste und Sorgen aus diesem Jahr nicht erfüllen oder nehmen, sie wird die Kontaktbeschränkungen nicht aufheben oder Geld verschenken, aber sie bringt denjenigen, der in der Bibel „Immanuel“ genannt wird, „der Gott mit uns“. Auch wenn er uns die Sorgen nicht nimmt, so steht er doch an unserer Seite, gerade in der Not, er verlässt uns nicht, egal wie einsam wir sind, was uns auch plagt. Jesus ist da, Jesus ist mit uns.

WiederWort von Yann (25)

Immer im Kreis

Immer im Kreis laufen oder schlittern die 3 Pinguine auf meiner Weihnachtspyramide. Unaufhaltsam, unermüdlich drehen sie ihre Runde. Unaufhaltsam, unerbittlich kommt auch in diesem Jahr wieder Weihnachten. Die Tage rund um den Heiligen Abend liegen nur noch ein paar Wochen entfernt und dieses Jahr plagt mich nicht die Suche nach Geschenken. In diesem Jahr muss ich entscheiden, wen ich sehen werde am Fest der Familie. Mir fällt das nicht leicht.

Siehe, dein König kommt, ein Gerechter und ein Helfer. (Sacharja 9)

In der Woche des 1. Advents stellt mir Gott diesen Satz zur Seite. Wie jedes Jahr. Denn jedes Jahr kommt Gott in Christus aufs Neue zu den Menschen. Gott hat nicht den Eindruck, dass alles in einem Jahr erledigt und vollbracht sein muss. Er lässt sich auf die Wiederholungen unseres Lebens ein. Und in diesem Jahr entlastet er mich, weil auch ich nicht alles möglich machen muss in einem Jahr, an einem Weihnachtsfest.

WiederWort von Sebastian (34)

Fake News

FAKE NEWS, TOTAL FAKE NEWS,

ach, wie bin ich es leid! Dieses ganze Rumgelüge, dieses Wahrheit Verdrehen und Verschwörungen in die Welt Posaunen. Hier eine Lüge, da eine Vertuschung. Unter den ganzen Unwahrheiten scheint mir die Wahrheit doch immer schwieriger zu finden zu sein.

Denn die Lüge macht die Wahrheit unsicher, sie nagt an ihr und untergräbt sie, in der Hoffnung sie eines Tages stürzen zu können und eine alternative Wahrheit an ihre Stelle zu setzen. So mag die Lüge in einigen Menschen dominieren, in einigen Ländern herrschen.

Dabei wird sie eingesetzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, Probleme unter den Teppich zu kehren und um von eigenen Fehlern abzulenken. Die Lüge lässt uns in einem anderem Licht erscheinen, in dem Licht mit dem wir uns selbst bestrahlen und in dem uns andere sehen sollen. Da nehme ich mich nicht raus.

Das Licht der Wahrheit ist ein ganz anderes. Es ist nicht das Licht, das wir auf uns selbst richten, sondern das, was von außen auf uns fällt. Es zeigt uns in einem anderen Licht, es zeigt, wie wir wirklich sind.

Die Bibel ist von der Thematik Lüge und Wahrheit durchzogen. Von der Lüge der Schlange im Paradies bis zu den Lügen des Teufels in der Offenbarung. Mit ihren tausenden Jahren an menschlicher Erfahrung kommt sie zu dem Ergebnis, das Gott die Wahrheit in den Lügen unserer Welt ist.

Im Neuen Testament sagt Jesus: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Jesus ist das Licht der Wahrheit, das in unsere Dunkelheit scheint und uns befreit. Er stellt seine Liebe, Gnade und Barmherzigkeit als Wahrheit gegen die Lüge. Wenn wir uns von diesem Licht anstecken lassen, können wir selbst die Dunkelheit vertreiben und Jesu Wahrheit der Lüge entgegenstellen.

Das wäre ein Schritt hin zu Gottes Reich.

WiederWort von Yann (25)

Wer bist du, wenn dich niemand sieht?

Mit wem teile ich ein Lächeln? Und wem kann ich meine Tränen zeigen? Wer erträgt meine Sorgen? Und wer ist der Verbündete meiner Träume? Wo zeige ich, was und wer ich bin? Und wo bin ich lieber auch jemand anders? Was passiert, wenn ich meine Haustür öffne? Und was wird, wenn ich sie wieder schließe?

Ich sehe das nicht schwarz oder weiß. In meinen Augen ist es unmessbar wertvoll, sich auf andere Menschen einzulassen. Gleichzeitig besteht so die Gefahr, wenn auch nur kurz den Kontakt zu mir zu verlieren. Gott ist dabei mein Verbündeter.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist.
Gott sieht ins Herz hinein.
1 Samuel 16,7

Gott kennt mich, weil er ungefilter sieht und hört, wer ich bin und wie mein Leben abläuft. Gott sieht in mich hinein und nimmt mich an, so wie ich bin. Niemals schreckt er zurück, er bleibt bei mir. Und da Gott mich so gut kennt, hilft er mir, selbst bei mir zu bleiben. Er sieht mich mit einzigartigen Augen. Sieht mich, wie ich bin. Und so sehe ich, wie ich bin.

WiederWort von Sebastian (34)

Tagebuch

Ich bin gerade im Urlaub. Ich will euch nicht neidisch machen; das sei ferne! Aber für diesen Urlaub habe ich mir etwas vorgenommen, was ich noch nie gemacht habe: Ich schreibe Tagebuch. Ich wollte die vielen Momente, die ich in dieser (Aus-)Zeit erlebe, festhalten, um dann in ein paar Jahren zurückschauen und mich erinnern zu können. Jetzt merke ich aber, dass Tagebuch-Schreiben nichts ist, was mich allein auf die Vergangenheit zurückschauen lässt.

Ich blicke mit anderen Augen auf meine Gegenwart. Ich mache mich auf die Suche und entdecke viele Momente, die ich gerne festhalten, die ich niederschreiben will. Das Tagebuchschreiben lässt mich mehr auf das achten, was ich erlebe; vielleicht ein bisschen wie Stefanie das von St. Mungo geschrieben hat.

Ich frage mich, ob ich diesen Blick nicht in meinen Alltag integrieren kann. Natürlich kann ich da nicht jeden Tag Tagebuch schreiben; das wäre mir viel zu aufwendig. Aber vielleicht kann ich ja einen Gedanken, eine Begegnung, einen besonderen Moment festhalten. Und vielleicht kann ich so auch mehr auf das achten, was ich zusammen mit Gott oder von Gott erlebe.

Ich glaube, dass es wichtig ist, diese Momente festzuhalten. Sie führen uns den reichen Schatz an Erlebnissen mit Gott vor Augen und helfen, in Zeiten des Zweifelns zurückzublicken und sich daran zu erinnern, dass Gott da ist.

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2)

WiederWort von Yann (25)

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