Autor: WiederWort (Seite 1 von 10)

Genauer hingucken

Gottes Schöpfung ist vielfältig und bunt. Jeder Teil von ihr ist auf seine Art und Weise einzigartig. Doch vergessen wir manchmal, genauer hinzugucken. Nicht nur wie bei diesem Tierchen auf der Sonnenblume, sondern auch bei Menschen. Manchmal sind die unsichtbarsten Dinge an uns etwas, was uns besonders macht. Sich dessen bewusst zu werden angesichts der Schöpfung Gottes, fällt im Alltag nicht leicht. Aber ich kann sagen: Es lohnt sich, auch mal auf die kleinsten Dinge zu achten, so unscheinbar sie auch sind.

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. (Psalm 104,24)

WiederWort von Lisa (19)

Neu sehen lernen

Das ist St. Mungo, der Schutzpatron  und erste Bischof der schottischen Stadt Glasgow. Letztes Jahr habe ich ihn auf einer meiner Reisen entdeckt. Sein Bild fasziniert mich. Es zeigt diesen Kirchenmann aus dem 6. Jahrhundert in unserer Zeit, ganz so wie er heute leben würde. Zugewandt und aufmerksam, Kleines beachtend.

Über ihn wird erzählt, dass er verschiedene Wunder getan haben soll. Eines davon ist das Lebendigmachen eines Rotkehlchens. Mungo beobachtete, wie Leute das Tier mutwillig töteten. Er nahm den Vogel in seine Hände, sprach ein Gebet und das Rotkehlchen erwachte zu neuem Leben.

Es ist nicht dieses vermeintliche Wunder, das mir nachgeht. Es ist dieses Sich-Anrühren-Lassen, dieses sich Sorgen um alles Lebendige. Und es ist das Vertrauen in die Kraft des Gebets. Mungo vertraut sich ganz Gott an. Er betet zu Gott, begibt sich ganz in Gottes Hand. Aus diesem Vertrauen heraus entsteht neues Leben.

Gott hilft uns, neu sehen zu lernen – Leben um uns herum wahrzunehmen und zu achten und die Schönheit des Lebens zu entdecken. Gott hilft uns, uns im Gebet ganz auf ihn, auf seine Kraft, einzulassen, mit der er uns in unserem Leben begleitet.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20, Lutherbibel 2017)

WiederWort von Stefanie (35)

 

Segen für den ersten Schultag (und für alle, die zur Zeit etwas Neues beginnen)

Gott segne deinen ersten Schultag.

Er verwandle deine Angst vor dem Unbekannten in Neugierde auf alles, was kommt.

Er gebe dir Freundinnen und Freunde an die Seite, mit denen du lachen kannst und die dich auch mal abschreiben lassen.

Er gebe dir Lehrerinne und Lehrer, bei denen das Lernen Spaß macht und die dir mit ihrer Begeisterung neue Welten eröffnen.

Gott segne dich auf all deinen Wegen!

 

Wir wünschen euch Gottes Segen für das neue Schuljahr und alle Neuanfänge! Möget ihr auch unter den erschwerten Coronabedingungen in ein tolles Schuljahr starten!

 

WiederWort von Stefanie (35)

Abstand halten

Abstand halten – Social Distancing – Dass das einmal für mich zu einer „neuen Normalität“ werden würde, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen. Ich liebe große Konzerte – dicht an dicht in der Menge. In meiner Arbeit als Pfarrerin ist der persönliche Kontakt mit den Menschen das A und O. Auch mal die Hand des Anderen im Gespräch halten oder am Grab den trauernden Angehörigen die Hand zu geben oder sie kurz auf die Schulter zu legen. Gemeinsam mit den Gemeindegruppen zu essen, zu lachen und einfach zu erzählen – all das ist im Moment nur schwer oder gar nicht möglich. Mir fehlt das sehr und doch erlebe ich immer wieder, wie trotz des Abstands Nähe entsteht: durch Anrufe und Briefe, durch ein herzliches Lachen, das bis in die Augen strahlt und so auch hinter dem Mund-Nasen-Schutz sichtbar ist. Durch ein aufgeregtes Winken aus der Ferne, fast wie zu Kindertagen, weil man zufällig endlich mal wieder Bekannte unterwegs trifft. Durch geneinsames Gebet im Gottesdienst, auch wenn die Plätze in den Bänken nur unter Mindestabstand belegt werden können.

Es macht mich wütend, dass Manche Abstands- und Hygieneregeln immer noch für albern halten, das Virus als Teil einer weltweiten Verschwörung betrachten und sich gemeinsam mit Rechtsradikalen zum Protestieren auf die Straße stellen.

Abstand zu halten ist doch in dieser Zeit ein Zeichen des Respekts und der Achtung des Gegenübers. Es ist notwendig und sinnvoll. Dieser Abstand schafft doch auch eine ganz neue Form von Nähe. Eine Verbundenheit miteinander, die die 1,5 m überbrückt, weil es um das Wohl aller geht.

Und ich vertraue darauf, dass wir auch durch Gottes Nähe miteinander verbunden sind und er mit uns. Er ist an unserer Seite und hält uns fest. Er gibt uns niemals auf.

Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Psalm 73,28 – Einheitsübersetzung)

WiederWort von Stefanie (35)

Sommerhimmel

Als Kind habe ich unglaublich gerne die Wolken am Sommerhimmel beobachtet. Auf der Picknickdecke liegen, die Arme unter dem Kopf verschränkt und nach oben in den Himmel schauen. Dabei habe ich immer tolle Entdeckungen gemacht. Da flogen dann auf einmal Wolkendrachen, Engel, Schlösser und Fußbälle, Hunde und Elefanten schwebten über mir vorbei. In meinem Kopf entstanden dann die wunderbarsten Geschichten mit all diesen Protagonisten. Und manchmal habe ich davon geträumt, selbst auf einer dieser Wolken hoch über der Erde zu fliegen und Abenteuer zu erleben.

Noch heute gucke ich unheimlich gerne in den Sommerhimmel. Der Blick nach oben, weitet meinen Horizont. Dann merke ich immer wieder ganz bewusst, dass es so viel mehr gibt zwischen Himmel und Erde als ich mir vorstellen kann. In all der Weite und dann wiederum ganz nah bei mir, ist Gott. Er erdet mich, mit festem Grund unter meinen Füßen. Er gibt mir Weite, Raum zum Leben,  zum Entfalten. Er verbindet Himmel und Erde. Und manchmal frage ich mich, ob Gott nicht selbst auch an schönen Sommertagen die Wolken beobachtet und seine Freude hat an all dem, was da gerade so vorbeifliegt. 🙂

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit so weit die Wolken gehen. (Psalm 36,6 – Lutherbibel)

Wo ist dir Gott besonders nahe?

 

WiederWort von Stefanie (35)

Gutes Image

Über was reden die Leute um dich herum, wenn sie über dich reden? Vielleicht bist du eher der Typ „Everybody’s Darling“, bist mega beliebt und eigentlich jeder, der dich trifft, findet dich cool, sympathisch und nett. Vielleicht bist du aber auch das Gegenteil davon: Du hast nicht das Gefühl, Freunde zu haben, bist eher allein, als mit vielen Leuten abzuhängen und es gibt Leute, die machen sich über dich lustig.  Vielleicht bist du aber auch irgendwo dazwischen. Ich glaube, jeder von uns hat so ein Image in seinem Freundeskreis, seiner Familie, in der Schule, da wo wir jeden Tag sind.

Auch Elisabeth, aus dem Zweiten Testament, hat so ein Image. Dieses Image war aber nicht positiv. Denn sie war die, die keine Kinder bekommen konnte – und das in einer Zeit, in der die meisten Menschen sich über ihre Kinder definiert haben. Und ich glaube, Elisabeth hatte echt damit zu kämpfen…

Aber dann tut Gott ein Wunder und Elisabeth und ihr Mann Zacharias bekommen doch noch ein Kind. Und dann sagt Elisabeth das:

Der Herr hat Großes an mir getan! Die Menschen verachten mich, aber er hat mich gnädig angesehen und hat meine Schande von mir genommen. (Lukas 1,25 – NGÜ)

Ich finde das ziemlich beeindruckend! Elisabeth hätte zu jeder Person gehen können, die sich mal über sie lustig gemacht hat. Sie hätte sich rächen können oder ihre Wut über sie rauslassen können. Doch sie entscheidet sich dagegen und zieht sich zurück. Sie dankt Gott für das, was er getan hat.

Mich hat die Geschichte von Elisabeth ermutigt, weil ich wissen darf, dass Gott Geschichte schreibt. Und für seine Geschichte nutzt er die unterschiedlichsten Menschen: die Coolen und auch die, die nicht so cool wirken – egal, welches Image ein Mensch hat.

Ich will  dir heute Mut machen, Gott zu danken, dass er Geschichte mit dir schreibt, und ihn danach zu fragen, wo dein Platz in seiner Geschichte ist. Du musst dir keine Sorgen um dein Image bei anderen Menschen machen, sondern darfst dir sicher sein, dass Gott dich für seine großartige Geschichte gebrauchen will. Gott mit dir!

WiederWort von Stella (15)

 

Zuhause

Ich mag meine Wohnung. Hier fühle ich mich wohl. Hier fühle ich mich zu Hause. Wenn ich nach einer Reise wieder zurück komme und durch die Wohnungstür gehe, denke ich jedes Mal: Wie schön wieder hier zu sein. Für mich fühlt es sich gut an, zu wissen, dass ich mich dort ohne Mühe zurechtfinde, auch im Dunkeln. Dass ich genau weiß, wo alles ist. Dass ich die Dinge, um mich habe, die mir kostbar sind – meine Bücher, meine Musik, Fotos, Erinnerungen.

Gleichzeitig reise ich unheimlich gerne. Ich liebe es, neue Orte zu entdecken, fremde Sprachen zu hören, anderen Menschen auf meinen Reisen zu begegnen. Aber ich merke: Ich kann das nur so richtig genießen, weil ich weiß, dass es mit meinem Zuhause einen Ort gibt, an den ich immer wieder zurückkehren kann.

So ähnlich ist das für mich auch mit meinem Glauben. Jesus ruft mich in seine Nachfolge. Mein Leben an ihm zu orientieren, an seiner Liebe zu anderen Menschen, an seinem Einsatz für die, für die sonst niemand da ist, ist eine Herausforderung für mein Leben und ein Abenteuer zugleich. Ich gehe gerne auf diese Entdeckungsreise, auch wenn sie mich manches Mal an meine Grenzen bringt. Aber ich kann diesen Weg nur gehen, weil ich weiß, dass es mit Gott jemanden gibt, zu dem ich immer kommen kann. Der mir hilft, mich immer wieder neu an ihm auszurichten, der mir ein Zuhause eröffnet, auch auf allen unbekannten Wegstrecken. Der Beter des 71. Psalms drückt dieses Vertrauen in Gott aus. Er sagt:

Gott, sei du mein sicheres Zuhause, in das ich immer kommen kann. Denn du hast versprochen, mir zu helfen. Du bist mein Fels und meine Burg. (Psalm 71,3)

WiederWort von Stefanie (35)

Buch der Bücher

Ich lese sehr gerne. Meine Regale sind voller Bücher mit den unterschiedlichsten Geschichten. Aber ein Buch in diesem Regal ist noch ein bisschen mehr. In ihm steckt eine ganze Bibliothek: die Bibel. Ich muss sagen, dass es sich wirklich lohnt, ihre innenliegenden Bücher zu lesen. Manche haben mir sehr gefallen, andere weniger, doch interessant waren sie alle. Sie haben mir jede Menge von Gott und von seiner Geschichte mit uns Menschen erzählt. Das gibt mir auch für mein Leben Kraft.
 
Versucht doch mal, ein Buch oder zwei aus der Bibel zu lesen.
Schreibt uns gerne, welche ihr euch ausgesucht habt und wie sie euch gefallen/berührt haben.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. (Psalm 119,105 – Lutherbibel 2017)
WiederWort von Lisa (19)

Lieblingsorte

Ich träume im Moment oft von meinen Lieblingsorten.  Orte, an denen ich gerne gewesen bin, die ich aber im Moment durch die Coronaeinschränkungen erstmal so schnell nicht wieder besuchen kann. Ein solcher Lieblingsort ist für mich der Loch Lomond in Schottland. Es ist der größte See Schottlands, eingebettet in wunderschöne Natur mit sanften Hügeln und traumhaften kleinen Buchten. Diesen See habe ich im letzten Sommer besucht und einen langen Spaziergang dort gemacht. Abends habe ich dann in einer kleinen Bucht gesessen und den Sonnenuntergang angeschaut. Es roch nach Wasser und Wald. Der Himmel leuchtete in tausenden Orange- und Rottönen. Ich konnte die Seele baumeln lassen und war dort, an diesem Ort, in diesem Moment einfach glücklich. Ich habe mich Gott ganz nah gefühlt. Draußen in der Weite der schottischen Natur habe ich aus tiefstem Herzen gedacht: „Danke, Gott! Danke, dass ich hier sein und diesen perfekten Tag erleben darf!“ Ich habe etwas gespürt von dem, was der Beter im 36. Psalm betet. Er sagt:

Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist und deine Wahrheit so weit die Wolken gehen. (Psalm 36,6 – Lutherbibel 2017) 

Wenn ich jetzt, zu Hause in Gladbeck, das Foto von diesem Sonnenuntergang anschaue, dann sind die Erinnerungen und das Gefühl, das ich an diesem Abend gehabt habe, sofort wieder da. Auch zu Hause merke ich: Überall ist Gott – so weit und endlos der Himmel, so weit und endlos unsere Welt ist, Gott ist da. Es tut mir gut, mich an diese Worte des Psalmbeters zu erinnern. Gott begegnet mir an meinen Lieblingsorten. Er begegnet mir mitten im Alltag, wenn ich mich über einen lieben Anruf oder über eine unerwartete Begegnung freue. Er begegnet mir in der Gemeinschaft unserer Gemeimde, die – trotz der momentanen räumlichen Trennung – weiter Bestand hat und trägt!

Was sind eure Lieblingsorte? Wo fühlt ihr euch Gott besonders nah?

WiederWort von Stefanie (35)

 

All Lives Matter

Die Bilder aus den USA lassen mich nicht los. Zu Hunderten sind dort Menschen auf der Straße und demonstrieren für etwas, das doch eigentlich selbstverständlich ist: Black lives matter (Schwarze Leben zählen). An manchen Orten entlädt sich Ärger in Gewalt. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd während eines Polizeieinsatzes zeigt, dass es eben doch noch lange nicht selbstverständlich ist, dass schwarzes Leben zählt. Es schockiert mich und macht mich traurig, diese Bilder zu sehen. All lives matter – jedes Leben zählt. Jedes Leben ist wichtig und wertvoll – ungeachtet der Hautfarbe, der Herkunft der sozialen Stellung. Leben ist Gottes Geschenk an uns. Jedem Menschen hat Gott ein Stück von sich selbst ins Herz gelegt und ihm damit eine unzerstörbare Würde gegeben. Daran erinnere ich mich immer wieder. So möchte ich auch anderen Menschen begegnen.

„Es spielt keine Rolle mehr, ob ihr Juden seid oder Griechen, unfreie Diener oder freie Menschen, Männer oder Frauen. Denn durch eure Verbindung mit Christus Jesus seid ihr alle wie ein Mensch geworden.“ (Galater 3,28 – BasisBibel 2012)

WiederWort von Stefanie (35)

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