Autor: WiederWort (Seite 1 von 5)

Herzensort

„In Gladbeck, da habe ich den schönsten Ort auf Erden gefunden.“ So hat es eine 91-jährige Frau vor einigen Tagen zu mir gesagt. Zusammen mit vielen anderen älteren Frauen haben wir darüber gesprochen, an wie sehr unsere Welt mittlerweile vernetzt ist. Einmal in die Bahn oder ins Flugzeug gestiegen, und ruck zuck ist man an einem neuen Ort. Von „Herzensorten“ haben wir erzählt. Von Orten, mit denen wir ganz besondere Erinnerungen verbinden, an die wir besonders gern gereist sind. Die Frauen haben ihre Erlebnisse miteinander geteilt. Sie haben von Südtirol, von Bayern, von China und Amerika mit leuchtenden Augen erzählt. Und dann diese eine Frau: „Gladbeck ist mein Herzensort!“ Flucht und Vertreibung während des Zweiten Weltkrieges hat sie mitgemacht, hat sich mit ihren Kindern von weit her durchgeshlagen ins Ruhrgebiet. Schließlich ist sie auf abenteuerliche Weise in Gladbeck gelandet. „Gott hat mich geführt“, sagt sie. „Er wusste, dass hier mein Platz ist. Dass hier viele liebe Leute sind und dass ich hier gebraucht werde. Hier bin ich angenommen. Angekommen.“
Ihre Worte gehen mir nach. Sie haben mich berührt.

Was ist euer Herzensort?
Zieht es euch in die Ferne? Oder geht es euch wie der Frau die sagt: „Genau hier bin ich richtig.“?

WiederWort von Stefanie (34)

WiederWort-Bibel

Vor einiger Zeit haben wir euch nach euren Lieblingsworten aus der Bibel gefragt.
Manche von euch haben uns Worte geschickt, die euch schon lange begleiten und euch wichtig geworden sind:

  • Mein Liebling ist Prediger 3,1 Passt in allen Lebenslagen und hält mich fest am Glauben: Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
  • Du sollst den Herrn Lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst. (Markus 12,29) Das ist unser Trauspruch.
  • Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen, und Freude den frommen Herzen. (Psalm 97,11)
  • Ich habe zwei Lieblingsworte die mir ganz wichtig sind. Zum einen Psalm 32,8: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. Und zum anderen Joh 6, 68-69: Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.
  • Dieser Vers ist vielen von euch wichtig: Du stellst meine Füße auf weiten Raum. (Psalm 31,9)
  • Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (Psalm 23,1)
  • Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben. (Römer 1,16)
  • Seit meiner Konfirmation begleitet mich der Psalm 23. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
  • Der HERR, dein starker Gott, der Retter ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich! (Zefanja 3,17) Das macht mir sehr gut deutlich, wie sehr ich geliebt werde.
  • Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. (Psalm 119,105)

(Die Bibelzitate stammen aus der Lutherbibel 2017)

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass gute Worte uns so viel Halt geben können. Und dass Gott auch für uns heute durch diese Worte erfahrbar ist und bleibt.

WiederWort von Stefanie (34)

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Der lateinische Ausspruch Sapere aude! erlangte vornehmlich durch den Philosophen Immanuel Kant Bekanntheit, der die Wortfolge in seinem Aufsatz „Was ist Aufklärung?“ zum Leitspruch der Aufklärung erklärte. Kant übersetzte die Wörter „Sapere aude!“ mit Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!, wenngleich eine wortwörtliche Übersetzung im Deutschen eher „Wage es, weise zu sein!“ lauten würde. Doch auch, wenn diese Wortfolge vornehmlich mit Kant in Verbindung gebracht wird, geht sie tatsächlich auf den antiken Dichter Horaz zurück.

Vor 500 Jahren hat Martin Luther eine Lawine losgetreten, indem er die Kirche seiner Zeit hinterfragt hat. Das hat zu dramatischen gesellschaftlichen Umbrüchen geführt. So riesengroße Sprünge sind heute (vielleicht) nicht mehr nötig. Aber es bleibt wichtig, dass wir die Welt hinterfragen! Wie oft wird uns erklärt: „So war das schon immer, so müssen wir das lassen, daran darf sich nichts ändern!“ Das ist nicht gut. Wenn man im Kleinen nicht anfängt mit dem Hinterfragen, dann werden die Probleme regelmäßig wesentlich größer. Wenn ich Nachrichten sehe, denke ich oft: An dieser Stelle würde Reformation gut tun. Dann würde ich den Menschen am liebsten das Brett vorm Kopf wegnehmen, ihnen sagen: Lasst euch doch nicht immer das vorsetzen, was euch die da oben, rechts oder links einflüstern, sondern traut euch, selbst zu denken. So wie Luther das getan hat. Oft ist Religion eine Sache der Interpretation. Wenn der Osterglaube wirklich in unserem Alltag und vor allem in unseren Herzen ankommen soll, dann geht das nur in Freiheit. Es ist notwendig, „in Freiheit auch Fragen an den Glauben“ zu stellen, so wie es in der Bibel bereits der „ungläubige Thomas“ getan hat. Zugleich durchbricht Ostern die Spirale der Gewalt und steht für den gewaltfreien Kampf für Frieden und Gerechtigkeit, wie ihn auch die Ostermärsche praktizierten.

WiederWort von Stella (14)

 

Bunt wie Ostereier

Trotz vieler bunter und unterschiedlicher Sprachen, Kulturen, Träume, Erfahrungen, Ansichten, Charaktere, Wünsche, Erlebnisse und anderer Unterschiede – wir sind und bleiben Menschen, verbunden mit und durch Gott. In dieser schönen Osterzeit bietet der Frühling viele Möglichkeiten aufeinander zuzugehen. Lasst uns diese Möglichkeiten nutzen, um uns auszutauschen und eine schöne Zeit miteinander zu verbringen – so wie viele bunte Ostereier in einem Körbchen.

WiederWort von Lisa (18)

Palmsonntag

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche.

An diesem Tag erinnern wir uns, wie Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzog. Die Menschen, die dabei waren, empfingen ihn jubelnd. Sie haben ihm Zweige auf den Weg gelegt und Kleider auf der Straße vor ihm ausgebreitet. Die Menschen waren außer sich vor Freude und lobten Gott dafür:

Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! (Mt 21,9 © Lutherbibel 2017)

WiederWort von Sophia (24)

Glücksschmied

Jeder ist seines Glückes Schmied. Gemäß diesem bekannten Sprichwort ist jeder Mensch für sein Glück selbst verantwortlich und hat es unmittelbar in der Hand, ob es ihm zuteil wird oder nicht. Doch wie verwirklicht man am besten sein Glück? Kann man es überhaupt planen und schmieden? Und wie definiert sich Glück? Schon seit dem dritten Jahrhundert vor Christus soll diese Redewendung in Gebrauch gewesen sein. Der damalige Politiker Appius Claudius Caecus soll sie verwendet haben. Noch heute prägt die Redensart unsere Auffassung vom Glück. Dieses Motto bedeutet, dass das eigene Leben die Konsequenz der eigenen Taten und Dummheiten ist, der eigenen „Hammerschläge“, mit denen man sein Glück bearbeitet.

Klar können wir selbst, eine Menge dazu tun, um unser Leben so zu leben, dass es uns glücklich macht. Aber durch unseren Glauben haben wir, zum Glück ;-), noch eine andere Sichtweise auf dieses Sprichwort. Gott beurteilt uns nicht nach unseren Leistungen. Jeder Mensch ist für ihn wertvoll. Jedes Leben zählt für ihn – auch das, in dem nicht immer alles einfach nur glücklich verläuft. Auch in traurigen Zeiten ist Gott bei uns. Wir können imer auf seine Liebe vertrauen. Egal welche Lebensumstände gerade nicht vorteilhaft sind, ist Gott immer da.

In Psalm 73 heißt es:

Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Psalm 73,28)

Also ist auch ein Leben, das auf Vertrauen zu Gott basiert, ist ein von Glück erfülltes Leben.

WiederWort von Stella (14)

Lieblingsworte

Der Herr ist die Kraft meines Lebens. Vor wem sollte mir bangen? (Psalm 27,1)

Das sind meine Lieblingsworte aus der Bibel. Seitdem ich sie mir damals als Konfirmationsspruch ausgesucht habe, begleiten sie mich. Immer wieder erinnere ich mich an diese Worte und vor allem an die Zusage, die Gott mir damit gibt: Er ist meine Kraftquelle. Er begleitet mein Leben. Dadurch nimmt er mir so manche Angst und lässt mich gespannt sein auf das, was das Leben nocn bringen wird.

Was sind eure Lieblingsworte aus der Bibel?

Schickt uns eure Lieblingsbibelstellen, damit wir unsere eigene „WiederWort-Bibel“ zusammenstellen können.

WiederWort von Stefanie (33)

Frühlingsgefühle

Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen. Alle Nächte werden hell, fangen an zu glühen. Knospen blühen, Nächte glühen, Knospen blühen, Nächte glühen. 🎶
(Text: Wilhelm Willms)

Wenn ich momentan durch die Gegend laufe und mich umschaue, merkt man, dass der Frühling allmählich erwacht. Es wird schon früher hell, die Vögel zwitschern, es riecht nach Frühling, überall sprießen die Blumen – Krokusse, Osterglocken – die Bäume schlagen aus.

Frühling bedeutet für mich: Bessere Laune, mehr Energie, Motivation, Spaziergänge zu machen. Einfach ein gutes Lebensgefühl zu haben.

Was bedeutet der Frühling für dich?

Denn der Winter ist vorüber, der Regen vorbei, er hat sich verzogen. Blumen sprießen schon aus dem Boden, die Zeit des Frühlings ist gekommen. (Hohelied 2,11-12 – BasisBibel)

WiederWort von Sophia (24)

„Ziemlich beste Freunde“

Freundschaft ist ein Geben und Nehmen, ohne etwas zu erwarten oder zu verlangen – so wie in dem Film „Ziemlich beste Freunde“. Er erzählt die Geschichte einer scheinbar unmöglichen Freundschaft. Philippe und Driss leben in Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Einwanderersohn Driss, kurz zuvor aus dem Gefängnis entlassen, bewirbt sich bei dem alleinstehenden Philippe als Pflegekraft. Seine zupackende und pragmatische Art imponiert dem Mann im Rollstuhl, der Driss probehalber einstellt. Driss bringt nicht nur frischen Wind ins Haus, er verhilft seinem Arbeitgeber auch zu neuem Lebensmut. Philippe gefällt, mit welcher unbekümmerten Art Driss das Leben sieht. Er will kein Mitleid mehr. Dass zwischen beiden Männern Welten liegen, bleibt dabei immer klar. Schon wenn es um Musik geht: Philippe mag Klassik und Driss am liebsten Hip Hop.
Driss sieht Philippe nicht nur als Menschen mit Handicap. Er wird vor allem eingestellt, weil er sich von den anderen Bewerbern abhebt, indem er kein Mitleid für Philippe empfindet. Er macht hingegen sogar Witze darüber und wirkt im Umgang mit Philippe oftmals unbedacht. So reicht er Philippe in einer Szene sogar das Telefon, obwohl Philippe es aufgrund seiner Erkrankung gar nicht entgegennehmen kann.

Ich denke, das macht Freundschaft aus. Wenn ich eins gelernt habe, dann dass echte Freunde selten sind. Auch nicht der tägliche Kontakt, sondern die Gewissheit, dass man sich immer aufeinander verlassen kann, macht eine Freundschaft aus! Mit Freunden ist das Leben einfach besser!

WiederWort von Stella (14)

Zeit für eine Pause

Einfach mal die Seele baumeln lassen – Der Alltag wird immer stressiger. Einen richtigen Ruhetag hat man kaum noch. Selbst am Sonntag ist was los. Dabei macht selbst Gott an einem Tag eine Pause.

Gott vollendete sein Schöpfungswerk am siebten Tag und ruhte sich aus. Er segnete diesen Tag und nannte ihn heilig. Denn Gott ruhte sich an diesem Tag von allem, was er gemacht hatte, aus. (1. Mose 2,2f)

Na ja, wenn sogar Gott mal die Seele baumeln lässt, dann kann ich mir ja auch mal überlegen, ob das nicht ein gutes Argument für eine Pause ist. 😉

Wann habt ihr das letzte Mal die Seele baumeln lassen?
Fällt es euch schwer, euch Zeit für euch zu nehmen?

WiederWort von Lisa (18)

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