Autor: WiederWort (Seite 2 von 14)

Zusprechen

Sprache ist eine Macht. Sie hat die Macht, zu verletzten und zu heilen. Sie kann Glück bringen oder Schaden verursachen. Die Sprache ist etwas, was den Menschen ausmacht. Und auch, wenn wir mal sprachlos sind, verlieren wir sie nicht. Sprache sind nicht nur Worte. Man kann auch seine ganz eigene Sprache finden, wie zum Beispiel Liebende sie miteinander haben. In diesen Zeiten sollten wir unsere größte Macht, die Sprache, nicht vergessen. Der Zuspruch des Trostes, der Liebe und der Freundschaft sind Balsam für die Seele. Sie schaffen und stärken Nähe trotz Distanz.

WiederWort von Lisa (20)

Gladbeck ist bunt?

Ich wünsche mir, dass das stimmt. Dass sich hier Menschen zu Hause und willkommen fühlen, ganz egal woher sie kommen oder welche sexuelle Orientierung sie haben. Auch in der evangelischen Kirche ist das immer noch kein selbstverständliches Thema. Auch wenn der #Segenfüralle, und mittlerweile auch die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare endlich kirchenrechtlich fest verankert sind, scheiden sich hier immer noch die Geister. Es gibt, zum Teil hitzige Diskussionen.

Gladbeck ist bunt? Ich freue mich darüber, dass Gladbeck in diesen Tagen tatsächlich so bunt, in allen Farben des Regenbogens, aufleuchtet. Danke an „Gladbeck ist laut“ für die Initiative, im Zusammenhang mit dem 17. Mai, auch hier in der Stadt Flagge zu zeigen. Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie. Ein Tag, der international Initiativen koordiniert, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender einsetzen.

Wie schön wäre es, wenn es irgendwann keine Fahnen mehr braucht, sondern wir ganz selbstverständlich in einer Gesellschaft und in einer Kirche leben, die bunt ist. So bunt und vielfältig wie der Bogen, den Gott als Zeichen für seinen Bund mit uns Menschen an den Himmel gesetzt hat. (1. Mose 9,15)

WiederWort von Stefanie (36)

Freude schenken

Ich würde euch heute gerne eine Geschichte erzählen, die ich vor längerer Zeit gelesen habe. Sie hat mich so fasziniert und seitdem beschäftigt sie mich sehr.

Ein Mann hatte gerade mit seinem neuen Auto die Waschstraße verlassen, als schon ein Junge herbeilief und mit großer Begeisterung seinen Wagen polierte. „Sie haben aber einen tollen Wagen, gehört der Ihnen?“ Lächelnd gab er zur Antwort: „Ja, den hat mir mein Bruder geschenkt.“ Ein Ausflug, den keiner von ihnen jemals wieder vergessen wird … Der Junge schaute verwundert zu dem Mann. „Sie haben nichts dafür bezahlt und ihn einfach geschenkt bekommen?“ Der Mann nickte. „Ach ich wünschte …“, begann der Junge zögerlich. Dem Mann war völlig klar, was sich der Junge wünschte: Er wollte auch so ein Auto besitzen. Aber als der Junge weitersprach, traute er seinen Ohren kaum. „Ich wünschte mir, dass ich auch so ein Bruder sein könnte!“ Diese unerwarteten Worte des Kindes rührten das Herz des Älteren, so fragte er: „Hast du Lust auf eine kleine Stadtrundfahrt?“ Die Augen des Jungen glänzten vor Freude: „Wirklich? Sie würden mich wirklich mitnehmen? Mensch, das wäre gigantisch!“ Nachdem sie eine Weile durch die Stadt gefahren waren, fragte der Junge plötzlich ganz aufgeregt: „Entschuldigen Sie, aber dort vorne wohne ich. Könnten Sie bitte anhalten und kurz auf mich warten?“ Der Fahrer nickte mit einem Schmunzeln, und dachte bei sich, dass der Knabe wohl Geschwistern oder Nachbarn das tolle Auto zeigen wollte, in dem er mitfahren durfte. Doch er sollte sich erneut täuschen. Keine Minute später kam er wieder aus dem Haus und schob einen Rollstuhl, in dem ein kleiner Junge saß. Er beugte sich zu ihm hinunter: „Schau Bruderherz, das ist das Auto, welches dieser Mann von seinem Bruder einfach so geschenkt bekam. Eines Tages werde ich dir auch so einen Wagen schenken, dann kannst du überall dort hinfahren, wo es dir gefällt!“ Tief bewegt stieg der Mann aus dem Wagen, hob den Kleinen aus dem Rollstuhl und setzte ihn auf seinen Beifahrersitz. Dabei wurde er von zwei Augenpaaren angestrahlt. Die drei machten einen Ausflug durch die Stadt und über das Land. Einen Ausflug, den keiner von ihnen jemals wieder vergessen würde.

Schon Mark Twain wusste: »Der beste Weg, sich selbst eine Freude zu machen, ist: zu versuchen, einem andern eine Freude zu bereiten.« Jemandem eine Freue machen, kann so einfach sein – wie auch diese Kurzgeschichte vermittelt. Auch bei mir ist es so. Wenn ich einem Menschen etwas schenke, dann ist es auch für mich das größte Geschenk, wenn sich die Person darüber freut. Das Geschenk selbst muss keinen materiellen Wert haben, damit man sich darüber freuen kann. Der kleine Junge findet zwar das Auto toll, doch die Tat, die sich dahinter verbirgt, ist doch so viel wichtiger. Er ist fasziniert davon, dass der Bruder des Mannes ihm ein so wertvolles Auto schenkt, ohne dass der Mann groß was dafür tun musste. Er wünscht sich also nicht, auch mal so ein Auto zu haben, sondern ein genauso guter und gütiger Mensch zu werden, wie es der Bruder des Mannes ist.

WiederWort von Stella (15)

Geduld

Gestern bekam ich eine E-Mail: Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass der Veranstalter für Ihr Event einen Ersatztermin gefunden hat. Die neuen Veranstaltungsdaten lauten wie folgt: 25.06.2022 20:00 Uhr in Köln.

Schon wieder. Ein Konzert wird verschoben. Ein Event abgesagt. Der Urlaub storniert. Dabei haben wir doch alle gehofft, dass es in diesem Jahr besser wird

und dass man solche Dinge wieder wahrnehmen kann.

Langsam ist die ganze Situation ziemlich frustrierend. Besserung ist keine in Sicht. Die Zahlen steigen. Die Impfkampagne läuft schleppend. Jetzt haben wir auch noch Ausgangssperre. Ich merke, wie viele Menschen nur noch genervt sind und auch meine Geduld neigt sich langsam dem Ende zu.

Ich werde ungeduldig. Wann können wir wieder „normal“ leben? Wird es überhaupt jemals wieder so sein wie vorher? Wann kann man sich wieder mit der Familie und mit Freunden treffen?

Ich werde ungeduldig. Werden wirklich alle Menschen, die geimpft werden möchten, dieses Jahr die Chance dazu bekommen?

Ich werde ungeduldig. Ich möchte raus. Ich möchte einfach mal spontan irgendwohin, ohne darauf achten zu müssen, ob ich dabei die Regeln verletze.

Ich werde u

ngeduldig. Werden wir im Sommer in den Urlaub fahren können?

Ich werde ungeduldig. Wird unsere Freizeit im Sommer nach Schweden stattfinden?

Bei all diesen Fragen und Gedanken fällt mir ein Vers aus dem Römerbrief ein:

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.  (Röm 12,12 – Lutherbibel 2017)

Gerade jetzt ist Geduld wichtiger denn je. Auch, wenn es einem vielleicht nicht immer leicht fällt, aber mit etwas Geduld werden wir die schwierige Zeit überstehen. Und dann können wir wieder aufatmen. Sei es auf einem Konzert, im Urlaub oder einfach mit Freunden im Garten.

Gott, wir bitten dich für uns alle um Geduld. Wir brauchen Geduld, wenn etwas von außen auf uns zukommt und uns überfordert. Wir brauchen Geduld, wenn Ungewissheit da ist und wir nicht wissen, wie es weiter geht. Wir brauchen Geduld. Abwarten, Loslassen von gewohnten Dingen, mit weniger zufrieden sein, gelassen und barmherzig sein mit sich selbst und mit anderen. Gott, gerade in diesen Tagen, wo wir alle unter den völlig veränderten Lebensbedingungen und der Kontaktsperre leiden, brauchen wird deine Hilfe und deine Unterstützung. Gott, hilf uns, dass wir stark, gefasst und geduldig durch diese Zeit gehen und die Hoffnung bewahren können. Amen.

 

Kreativität

Mich hat die Reiselust gepackt. Nun in einer solchen Zeit gestaltet sich das Reisen recht schwierig – naja eigentlich ist es nicht möglich. Doch meine Kreativität lässt Aufgeben nicht zu. Mit den Gedanken reisen klingt immer etwas bizarr. Ich kann das nicht wirklich gut, mir fehlt dabei immer etwas zum Festhalten. Am einfachsten fällt mir das Lesen. Mit bzw. in einem Buch zu reisen nach Paris, London oder wo immer man hin möchte, hilft mir die Reiselust etwas zu besänftigen. Auch wenn nach Beenden des Lesens der Wunsch an den Ort der Handlung zu reisen zwischenzeitlich ansteigt. Eine Alternative zum Lesen ist mir das Zeichnen. Ich bin bei weitem kein Picasso und Kunst ist zum Glück ein weit gefasster Begriff, doch beim Zeichnen versinke ich in meinen Gedanken. So habe ich die Möglichkeit auf Reisen zu sein und doch ganz Corona konform auf meiner Couch zu sitzen.

Habt ihr ein bestimmtes Hobby oder eine Aktivität, bei der ihr reist oder auch in Gedanken versinkt?

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. (Psalm 139,9f – Lutherbibel 2017)

WiederWort von Lisa (20)

Sehnsucht

Da ist diese SEHNSUCHT in mir.

Sehnsucht nach Leben in vollen Zügen.

Sehnsucht nach Lachen und Lieben.

Sehnsucht nach der Sehnsucht.

Sehnsucht nach dir, Gott, nach deiner Nähe.

Sprich hinein in meine Sehnsucht.

Fülle mein Herz und öffne es für dich.

Öffne es für die Menschen, die mir begegnen.

Stille meine Sehnsucht, Gott.

 

Wonach sehnt ihr euch?

Wie die Hirschkuh im trockenen Bachtal nach frischem Wasser schreit – so sehne ich mich, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem Gott meines Lebens. (Psalm 42,2+3 – BasisBibel)

WiederWort von Stefanie (35)

Frühlingsgefühle

Wenn

ich mich draußen aufhalte, merke ich, der Winter zieht sich allmählich zurück. Auch, wenn es dieser Tage stürmisch war, sobald die Sonne herauskommt, fühlt sie sich an wie ein warmer Kuss.  Morgens ist es nicht mehr ganz so dunkel. Die Vögel singen ihre Lieder. Die Laune ist besser. Ich bin voller Energie und Motivation. Es ist schön, die Natur nach dem leblosen Winter wieder erwachen zu sehen. Diesen Umbruch und Neuanfang jedes Jahr wieder zu erleben und die Freude und Erwartung auf den Frühling kann ich kaum erwarten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Denn der Winter ist vorüber, der Regen vorbei, er hat sich verzogen. Blumen sprießen schon aus dem Boden, die Zeit des Frühlings ist gekommen. (Hohelied 2,11-12 – BasisBibel)

WiederWort von Sophia (26)

Geduld

In der heutigen Zeit muss man viel Geduld haben. Mit anderen, mit sich selbst, aber auch im Glauben. Ob im Homeoffice, in der Kinderbetreuung oder im ganz normalen Berufsalltag. Man merkt, dass alles irgendwie länger dauert und man zur Geduld gezwungen ist. So geht es mir auch mit dem Glauben. Die Kirchen haben geschlossen, die Zeit ist knapp und die Geduld, mich mal hinzusetzen und mir Zeit für meinen Glauben zu nehmen, fehlt mir auch. Dabei habe ich bemerkt, dass genau das für mich wichtig wäre zwischen Alltagstrott und Ausnahmesituation. Einen Moment zu finden, in welchem mein Glauben, Gott und ich für uns sind und ich mich wieder fokussieren kann. Früher war das einfacher. Ich ging in den Gottesdienst und hatte dort die Möglichkeit diesen Fokus zu setzen. Woran ich mich – und auch andere, denen es so geht – erinnern möchte, ist: Hab Geduld! Nimm dir die Zeit, den Ort und die Geduld. Mach dir, wenn du möchtest, einen Onlinegottesdienst an oder blätter durch die Bibel oder ein Gesangbuch und versuche die frühere Geduld im Glauben und im Gespräch mit Gott wiederzufinden. Mir haben folgende Worte aus der Bibel dabei geholfen:

Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, offenbart seine Torheit. (Sprüche 14,29 – Lutherbibel 2017)

Wo fehlt euch die Geduld?

Wo findet ihr Raum für euren Glauben im Alltag?

WiederWort von Lisa (20)

Ganz anders

Treuer Gott,

du bist so ganz anders als all meine Erwartungen.

Als alles, was ich mir vorstellen kann.

Deine Gedanken über mich sind so ganz anders als meine eigenen.

Du siehst, was in mir steckt.

Du siehst auch die Seiten, die Fähigkeiten in mir, die sonst oft im Verborgenen liegen und von denen ich mich nur selten traue, sie zu zeigen.

Heute beginnt eine ganz andere Zeit im Kirchenjahr – die Fastenzeit.

Lass mich die ganz anderen Seiten in mir, in meinem Leben, neu entdecken.

Fordere mich heraus, um neue Wege zu gehen.

Gib mir Mut und Freude daran, mich auszuprobieren.

Öffne mich, um dich in meinem Leben neu zu finden.

Dich, der du so ganz anders bist als alles sonst –

großartig und im Kleinen versteckt.

Neugierig auf mich und ohne Scheu vor dem, was du siehst.

Liebevoll und vergebend.

Du zeigst mir den Weg zum Leben, Gott.

Ganz anders, spannenden und herausfordernd.

Dafür danke ich dir.

Amen.

WiederWort von Stefanie (35)

Heimat ist für mich…

…ein Ort, nein, jeder Ort, an dem ich als Mensch bedingungslos leben kann, weil ich von anderen Menschen umgeben bin, deren Sprachen ich spreche und die weder an meiner Haut-, Haar- oder Augenfarbe, noch an meinem Namen, meinem Alter, meinem Geschlecht, meinem Beruf, meinem Glauben, meinen Weltanschauungen oder meiner körperlichen und geistigen Verfassung Anstoß nehmen. Heimat ist für mich, in mir selbst zu ruhen – überall auf der Welt. Heimat ist für mich das Gefühl, geschützt, geborgen und verstanden zu sein; das Gefühl, dazu- und herzugehören; das Gefühl, ein Teil der Landschaft, der Kultur und der Menschen mit ihren regional besonderen Eigenarten zu sein. Das Wort „Heimat“ definiere ich als einen lebenslangen Sehnsuchtsbegriff. Auf der einen Seite hat Heimat mit Herkunft zu tun, mit der Prägung der eigenen Identität.

Auf der anderen Seite ist sie aber auch transitorisch wie das Leben selbst. Meine Heimat ist in mir, sie entwickelt und verändert sich kontinuierlich. Ich nehme sie mit auf Reisen und entdecke mich unterwegs immer wieder neu. Heimat ist Vision und Erinnerung. Sie bindet ein weites Reich von Zeichen und Figuren, von Bildern und Gesten, zusammen und ja, auch von Bewegungen. Trotz der Momente des Schmeckens, des Riechens, bleibt die Heimat immer schwankend zwischen Realität und Vorstellung.

Heimat kann nur selbstbestimmt und gleichberechtigt für jede und jeden sein. Heimat ist die Vielfalt an Menschen um mich herum, ein harmonisches, gesellschaftliches Miteinander und Zusammenwirken in allen Bereichen. Heimat kann an vielen Orten sein, ist offen und frei für alle. Im Laufe der Jahre wurde die Heimat ersetzt durch ein Zuhause, das nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist.

Wenn ich die Augen zumache und wirklich mal über den Begriff „Heimat“ nachdenke, dann sehe ich verschiedene Erinnerungen vor mir. Ich sehe mich in Spanien auf unserer Bank sitzen, mit dem Kopf von meinem Hund auf meinen Oberschenkeln. Den Geruch von gegrillten spanischen Garnelen in der Nase und im Blick, wie mein Opa vor dem Grill steht, mit meiner Oma in seinen Armen. Die Sonnenstrahlen waren angenehm warm auf der Haut und ich höre noch, wie meine Oma sagt: „Ich hoffe, dass du dich immer an diesen Moment erinnerst. Wir. Zusammen. Hier.“ Ja, diesen Satz werde ich mir auf immer und ewig merken sowie auch das Gefühl, das ich in diesem Moment verspürt habe. Heimat ist etwas ganz Wichtiges.

Immer, wenn ihr das Gefühl von Wärme und Geborgenheit verspürt, schließt für einen Moment die Augen und genießt es. Fangt den Moment ein. Schätzt ihn wert. Genau diesen Moment gibt es nur einmal.

WiederWort von Stella (15)

 

Was bedeutet „Heimat“ für euch?

Stella hat sich etwas Besonderes für euch überlegt. Schreibt eure Gedanken in unserem WiederWort-Heimat-Padlet auf. Hier ist der Link dazu:

https://padlet.com/stellaselvarolo/eg3i2uvyatp8k1uf

Das Passwort ist: WiederWortHeimat

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