Heute haben wir für euch einige Gedanken zur Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin: Johannes 8,1-11

Ehebruch. Auf frischer Tat ertappt. Nach jüdischem Gesetz, hat die Frau ihr Leben verspielt! Der Fall ist eindeutig. Das Urteil steht fest. Auch Jesus sitzt in der Falle! Die Frage: „Was sagst du dazu?“ ist auf alle Fälle eine Fangfrage. Entweder Jesus ist streng, entspricht nicht sich selbst und verurteilt die Frau, aber dann ist seine Güte und Menschenfreude nur Fassade. Oder er urteilt mild und spricht die Frau frei, doch dann würde er der Thora widersprechen. Er würde gegen das Gesetz verstoßen. Ganz gleich wie er antwortet, er sitzt in der Falle. Aber Jesus durchschaut das Spiel der anderen. Wieder verhält er sich anders als es alle erwartet hätten. Er antwortet nicht, geht in die Hocke und schreibt auf die Erde. Alle warten auf seine Antwort, aber sie kommt nicht. Die Gegner sind voller Selbstsicherheit, die Frau voller Angst und das Volk voll von Spannung. Bis heute weiß niemand was er auf die Erde geschrieben hat.
Vielleicht weist er auf Worte des Propheten Jeremia hin. Bei ihm heisst es an einer Stelle: Alle, die Gott verlassen, werden in den Staub geschrieben, denn sie haben den Herrn, den Brunnen lebendigen Wassers, verlassen. (Jeremia 17,13) Dann richtet Jesus sich auf und spricht :„Wer von euch ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.“ Dieser Satz lässt die Mauer der Ankläger fallen. Jesus erinnert sie an ihre eigenen Verfehlungen. Können sie selbst ihre Hände in Unschuld waschen? Sind sie wirklich so makellos, ohne Fehler und ohne Tadel? Es gibt kein Leben ohne Schuld. Also ziehen sich alle zurück, keiner wagt es, den ersten Stein zu werfen. Jesus spricht Vergebung und fragt nicht nach begangenen Sünden. Trotz allem weiß Jesus das es eine Sünde war, schließlich sagte er: „Geh hin und sündige ab jetzt nicht mehr!“

Das ist für mich das Wichtigste an dieser Geschichte: Es gibt kein Leben ohne Schuld. Das müssen wir uns auch selbst eingestehen und andere nicht verurteilen.