Im Moment geht es mir ein bisschen so wie dem Radfahrer, der enttäuscht sein kaputtes Fahrrad trägt. Da hat er wochenlang, vielleicht sogar monatelang für diesen einen Wettkampf trainiert, hat sich vorbereitet und dann das: Das Fahrrad bricht zusammen. Nichts geht mehr. Aus der Traum vom Überqueren der Ziellinie.

Für mich fühlt es sich im Hinblick auf die Weihnachtsgottesdienste im Moment an wie so eine große, herbe Enttäschung. Viel Arbeit und Mühe haben wir in die Planung investiert, viel Herzblut obendrein. Auch diejenigen, die an und in den Gottesdiensten mitgewirkt hätten, haben schon viele Ideen, Begeisterung und Engagement hineingesteckt, um zu einem guten Gelingen beizutragen und Menschen eine Weihnachtsfreude machen zu können. Nun hat Corona doch wieder einen Strich durch die Sache gemacht und viele Hoffnungen und Erwartungen aufs Neue enttäuscht. Auch meine. Ich werde wohl noch ein wenig Zeit brauchen, um über diese Enttäuschung hinwegzukommen. Und doch merke ich: In all dem, was in diesem Jahr auch nicht geht, entstehen trotzdem neue Chancen und Wege. Wir sind ökumenisch unterwegs im Advent und zu Weihnachten, mit unserer katholischen Nachbargemeinde. Das finde ich großartig. Viele Menschen freuen sich über Versuche und über Dinge, die uns gelingen, um Hoffnung aufleuchten zu lassen. Und manche finden tröstende Worte. Weil sie neben ihrer eigenen Enttäuschung und Traurigkeit auch die meine spüren. Dafür bin ich sehr dankbar.

Es werden neue Ideen entstehen. Und ich weiß: Es wird auch in diesem Jahr Weihnachten. Gott ist schon längst auf dem Weg zu uns. Ich muss Weihnachten nicht erst machen. Gott hat es für mich schon längst bereitet. Dafür bin ich ihm von Herzen dankbar. Und so hoffe ich, dass ich an Weihnachten dann auch voller Freude in die frohe Botschaft einstimmen kann: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lukas 2,11)

WiederWort von Stefanie (35)