Gestern habe ich meine To-Do-Liste zerrissen. Nomrmalerweise bin ich richtig gut darin, solche Listen zu schreiben und sie dann nach und nach abzuarbeiten. Aber im Moment ist ja alles ganz anders. Unser normaler Alltag hat sich auf den Kopf gestellt. Aus Rücksicht auf andere und auch, um uns selbst zu schützen, ist zu Hause bleiben angesagt. Manche arbeiten im Homeoffice, andere haben frei oder kümmern sich um die Kinder, die jetzt zu Hause sind. Auch das sind eine Menge Aufgaben, aber eben ganz anders als unser sonstiger Alltag. Es ist viel freie Zeit dazugekommen. Wenn die momentane Situation überhaupt positive Seiten hat, dann ist das eine davon. Endlich habe ich Zeit, den Schal, den ich schon für den letzten Winter fertig haben wollte, zu Ende zu stricken. Ich habe Zeit, mal wieder ein tolles Buch zu lesen und meine Lieblingsserie zu streamen. Und vor allem, kann ich mit Menschen telefonieren und ihnen schreiben. Eben all das, was normalerweise immer viel zu kurz kommt. Da vergeht die Zeit dann wie im Flug und die schlechte Laune bleibt auch weg.

Meine To-Do-Liste brauche ich im Moment nicht mehr. Stattdessen habe ich mir eine neue Liste angelegt: „Aufwachen“ und „Großartig sein“. Damit fange ich gleich heute an. Ich genieße auch freie Momente und schaue, wo ich für die Menschen in meinem Umfeld gerade hilfreich sein kann – und wenn das auch einfach „nur“ heißt, zu Hause zu bleiben.

Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ (Prediger 3,1 – Lutherbibel 2017)

WiederWort von Lisa (19)