Und des Herrn Wort geschah zu mir: 5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. 6 Ich aber sprach: Ach, Herr, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. 7 Der Herr sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. 8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der Herr. 9 Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. 10 Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen. (Jeremia 1,4-10 – Lutherbibel 2020)

Hier geht es darum, etwas aus dem Leben zu machen, und es geht darum, dass der Mensch am Beispiel des Propheten Jeremia sich zu klein und der Anforderung nicht gewachsen fühlt. Jeremia wird von Gott berufen, ein bestimmtes Amt wird ihm angetragen, das Amt des Propheten. Jeremia sieht sich einer klaren Forderung gegenüber, ein Amt wird ihm angetragen, ein unangenehmes noch dazu, eines, mit dem Ärger und Verdruss verbunden sind, eines, das wohlmöglich sogar lebensgefährlich werden kann. Ich kann Jeremias Einwände gut verstehen Ich tauge nicht zu predigen, denn ich bin zu jung. Gott fordert fast übermenschliches Vertrauen von Jeremia ein. Verlass dich nicht auf dein eigenes Wort, nein, nimm das Wort an, das ich in deinen Mund lege. Ja, mir wird leicht schwindlig bei solchem Vertrauen, ich möchte kontrollieren, was passiert, es erfordert ungeheuren Mut, sich auf so etwas einzulassen. Es ist gewissermaßen der Ernstfall des Glaubens, der hier eintritt, der eingefordert wird. Gott fordert nicht nur von Jeremia: Er streckte seine Hand aus und berührte meinen Mund, berichtet Jeremia. Jeremia erfährt Gott ganz handgreiflich, in Wirklichkeit, zärtlich. Eine Erfahrung, die das Leben verändert, wenn sie einem denn geschenkt wird. Vielleicht kennen Sie solche Begegnungen? Begegnungen, die anrühren, ein Mensch, der mir nahesteht, oder auch ein völlig fremder Mensch unterstützt mich, vertraut mir, traut mir etwas zu, bestärkt mich. Ja, vielleicht begegnet auch mir in solchen Situationen Gott, bewusst oder unbewusst. Bin ich offen für eine solche Begegnung? Lasse ich mich darauf ein wie Jeremia, trotz all meiner Bedenken, trotz all meiner Unzulänglichkeiten? Lasse ich mich anrühren von Gott in meinem konkreten Alltag? Ich selbst hatte letztens eine Gottesbegegnung. Ich stand in der Kirche auf der Empore und lauschte der Musik, während der Gottesdienstes und plötzlich sah ich wie die Sonne in die Kirche leuchte. Strahlend hell und warm. Gott war da.

WiederWort von Stella (15)