…ein Ort, nein, jeder Ort, an dem ich als Mensch bedingungslos leben kann, weil ich von anderen Menschen umgeben bin, deren Sprachen ich spreche und die weder an meiner Haut-, Haar- oder Augenfarbe, noch an meinem Namen, meinem Alter, meinem Geschlecht, meinem Beruf, meinem Glauben, meinen Weltanschauungen oder meiner körperlichen und geistigen Verfassung Anstoß nehmen. Heimat ist für mich, in mir selbst zu ruhen – überall auf der Welt. Heimat ist für mich das Gefühl, geschützt, geborgen und verstanden zu sein; das Gefühl, dazu- und herzugehören; das Gefühl, ein Teil der Landschaft, der Kultur und der Menschen mit ihren regional besonderen Eigenarten zu sein. Das Wort „Heimat“ definiere ich als einen lebenslangen Sehnsuchtsbegriff. Auf der einen Seite hat Heimat mit Herkunft zu tun, mit der Prägung der eigenen Identität.

Auf der anderen Seite ist sie aber auch transitorisch wie das Leben selbst. Meine Heimat ist in mir, sie entwickelt und verändert sich kontinuierlich. Ich nehme sie mit auf Reisen und entdecke mich unterwegs immer wieder neu. Heimat ist Vision und Erinnerung. Sie bindet ein weites Reich von Zeichen und Figuren, von Bildern und Gesten, zusammen und ja, auch von Bewegungen. Trotz der Momente des Schmeckens, des Riechens, bleibt die Heimat immer schwankend zwischen Realität und Vorstellung.

Heimat kann nur selbstbestimmt und gleichberechtigt für jede und jeden sein. Heimat ist die Vielfalt an Menschen um mich herum, ein harmonisches, gesellschaftliches Miteinander und Zusammenwirken in allen Bereichen. Heimat kann an vielen Orten sein, ist offen und frei für alle. Im Laufe der Jahre wurde die Heimat ersetzt durch ein Zuhause, das nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist.

Wenn ich die Augen zumache und wirklich mal über den Begriff „Heimat“ nachdenke, dann sehe ich verschiedene Erinnerungen vor mir. Ich sehe mich in Spanien auf unserer Bank sitzen, mit dem Kopf von meinem Hund auf meinen Oberschenkeln. Den Geruch von gegrillten spanischen Garnelen in der Nase und im Blick, wie mein Opa vor dem Grill steht, mit meiner Oma in seinen Armen. Die Sonnenstrahlen waren angenehm warm auf der Haut und ich höre noch, wie meine Oma sagt: „Ich hoffe, dass du dich immer an diesen Moment erinnerst. Wir. Zusammen. Hier.“ Ja, diesen Satz werde ich mir auf immer und ewig merken sowie auch das Gefühl, das ich in diesem Moment verspürt habe. Heimat ist etwas ganz Wichtiges.

Immer, wenn ihr das Gefühl von Wärme und Geborgenheit verspürt, schließt für einen Moment die Augen und genießt es. Fangt den Moment ein. Schätzt ihn wert. Genau diesen Moment gibt es nur einmal.

WiederWort von Stella (15)

 

Was bedeutet „Heimat“ für euch?

Stella hat sich etwas Besonderes für euch überlegt. Schreibt eure Gedanken in unserem WiederWort-Heimat-Padlet auf. Hier ist der Link dazu:

https://padlet.com/stellaselvarolo/eg3i2uvyatp8k1uf

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