Noch einmal neu anfangen, alles hinter sich lassen, alles anders, besser machen. Wer hat sich das nicht schon gewünscht? Wir verändern uns ständig, machen Pläne, gestalten unser Leben. Entwicklung verlangt Veränderung. Wir werden aber nicht immer gefragt, ob wir diese Veränderung jetzt wollen. Wenn ich zurückblicke, fallen mir viele Erlebnisse ein, die ich am liebsten aus meinem Leben ausradieren würde. Das ist aber nicht möglich, weil mein Leben sonst unvollständig wäre. Neuanfänge, das Beenden von Dingen, machen das Leben vollständig. Auch die Unsicherheit, die wir bei manchen Entscheidungen verspüren, gehört mit zum Leben. Ja, sie macht es erst interessant. Denn in jedem Neuanfang liegt auch die Chance, etwas zu gewinnen.
Ich persönlich verbinde ein neues Jahr immer mit einem Neuanfang. Wenn etwas das letzte Jahr schlecht gelaufen ist, kann man es im nächstem Jahr anders und sogar besser machen, da man aus allen Fehlern gelernt hat. Ganz oft hört man Sprüche wie: „Bedenke, dass ein Ende uns auch die Chance auf einen Neuanfang lässt.“ oder „Oft, wenn wir glauben, wir wären am Ende von etwas angekommen, stehen wir bereits am Anfang von etwas anderem.“
Naja, das sagt sich alles so leicht. Ich denke am Wichtigsten ist es, zuerst mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, damit sie unsere Zukunft nicht beeinträchtigt.
Laotse, ein chinesischer Philosoph, sagte einst: „Wer das Ende bedenkt, wie er den Anfang bedachte, der wird nichts verderben.“ Und das ist ein wichtiger Punkt. Gehe mit dem Ende genauso um, wie du es mit dem neuen Anfang tust. Eine Hilfe, mit der Vergangenheit abzuschließen ist es vielleicht, sich bei jedem zu entschuldigen, dem man Böses angetan hat oder denjenigen zu verzeihen, die einem Böses angetan haben. Vor einigen Jahren habe ich einen Artikel über eine Tradition gelesen, mit der man sehr gut mit dem letzten Jahr abschlißen können soll.
Und zwar soll man auf kleine Zettel schreiben, was schlecht war und was gut war im letzten Jahr. Die guten Zettel hängt man an eine Rakete und lässt sie in den Himmel aufsteigen, damit sie immer da sind, damit sie in meiner Erinnerung bleiben können. Die schlechten Zettel hängt man an Böller, damit sie explodieren und einem fern bleiben. Man löscht sie aus, damit sie einen nicht begleiten. Ich für meinen Fall habe es versucht und ich denke, dass es genau das erfüllt, was es verspricht. Vielleicht probiert ihr das ebenfalls aus. Ab 0 Uhr gilt für mich dann immer: „Alles ist anfangen, ist schöpfen. Jeder neue Tag, jede neue Stunde, jeder neue Augenblick.“
Frohes neues Jahr!

WiederWort von Stella (15)