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Aufatmen

Spürt ihr es auch?
Dieses… leichte?
Dieses… leichte abfallen?
Dieses… leichte abfallen von?
Dieses… leichte abfallen von Anspannung?

Könnt ihr es auch fühlen?
Was nach dem Winter kommt?
Was das Gefühl von Frühling bedeutet?
Was neues Aufblühen bedeutet?

Aufatmen.

Nach Luft schnappen. Das beschreibt unsere Situation des letzten Jahres doch ganz gut. Im wörtlichen Sinn für die, die an Corona erkrankt sind. Im übertragenden Sinn für die, die unter all den Schwierigkeiten leiden mussten. Unermessliches Leid für so viele. Unsere Gedanken und Gebete sind bei euch.

Und jetzt? Mit dem Sommer scheint ein Aufatmen möglich. Hoffnung kann zu Realität werden. Erleichterung aus dem Leid in eine neue Freiheit.

Herr,
du siehst all das Leid des letzten Jahres,
wir bringen es dir,
wir danken dir für deinen Beistand und Kraft
wir klagen aber auch an
wegen all der Situationen, in denen wir uns allein gefühlt haben
wegen all der Situationen, wo wir nicht mehr konnten
wir bitten dich:
Lass uns nicht allein,
schenke uns neue Freiheit
lass uns nicht vergessen, was in diesem Jahr passiert ist
aber hilf uns auch all das zu verarbeiten
hilf, dass wir nicht vergessen, dass wir nicht allein auf der Welt sind,
lass uns und die ganze Welt
aufatmen.
Amen.

WiederWort von Yann (26)

Gladbeck ist bunt?

Ich wünsche mir, dass das stimmt. Dass sich hier Menschen zu Hause und willkommen fühlen, ganz egal woher sie kommen oder welche sexuelle Orientierung sie haben. Auch in der evangelischen Kirche ist das immer noch kein selbstverständliches Thema. Auch wenn der #Segenfüralle, und mittlerweile auch die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare endlich kirchenrechtlich fest verankert sind, scheiden sich hier immer noch die Geister. Es gibt, zum Teil hitzige Diskussionen.

Gladbeck ist bunt? Ich freue mich darüber, dass Gladbeck in diesen Tagen tatsächlich so bunt, in allen Farben des Regenbogens, aufleuchtet. Danke an „Gladbeck ist laut“ für die Initiative, im Zusammenhang mit dem 17. Mai, auch hier in der Stadt Flagge zu zeigen. Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie. Ein Tag, der international Initiativen koordiniert, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender einsetzen.

Wie schön wäre es, wenn es irgendwann keine Fahnen mehr braucht, sondern wir ganz selbstverständlich in einer Gesellschaft und in einer Kirche leben, die bunt ist. So bunt und vielfältig wie der Bogen, den Gott als Zeichen für seinen Bund mit uns Menschen an den Himmel gesetzt hat. (1. Mose 9,15)

WiederWort von Stefanie (36)

Freude schenken

Ich würde euch heute gerne eine Geschichte erzählen, die ich vor längerer Zeit gelesen habe. Sie hat mich so fasziniert und seitdem beschäftigt sie mich sehr.

Ein Mann hatte gerade mit seinem neuen Auto die Waschstraße verlassen, als schon ein Junge herbeilief und mit großer Begeisterung seinen Wagen polierte. „Sie haben aber einen tollen Wagen, gehört der Ihnen?“ Lächelnd gab er zur Antwort: „Ja, den hat mir mein Bruder geschenkt.“ Ein Ausflug, den keiner von ihnen jemals wieder vergessen wird … Der Junge schaute verwundert zu dem Mann. „Sie haben nichts dafür bezahlt und ihn einfach geschenkt bekommen?“ Der Mann nickte. „Ach ich wünschte …“, begann der Junge zögerlich. Dem Mann war völlig klar, was sich der Junge wünschte: Er wollte auch so ein Auto besitzen. Aber als der Junge weitersprach, traute er seinen Ohren kaum. „Ich wünschte mir, dass ich auch so ein Bruder sein könnte!“ Diese unerwarteten Worte des Kindes rührten das Herz des Älteren, so fragte er: „Hast du Lust auf eine kleine Stadtrundfahrt?“ Die Augen des Jungen glänzten vor Freude: „Wirklich? Sie würden mich wirklich mitnehmen? Mensch, das wäre gigantisch!“ Nachdem sie eine Weile durch die Stadt gefahren waren, fragte der Junge plötzlich ganz aufgeregt: „Entschuldigen Sie, aber dort vorne wohne ich. Könnten Sie bitte anhalten und kurz auf mich warten?“ Der Fahrer nickte mit einem Schmunzeln, und dachte bei sich, dass der Knabe wohl Geschwistern oder Nachbarn das tolle Auto zeigen wollte, in dem er mitfahren durfte. Doch er sollte sich erneut täuschen. Keine Minute später kam er wieder aus dem Haus und schob einen Rollstuhl, in dem ein kleiner Junge saß. Er beugte sich zu ihm hinunter: „Schau Bruderherz, das ist das Auto, welches dieser Mann von seinem Bruder einfach so geschenkt bekam. Eines Tages werde ich dir auch so einen Wagen schenken, dann kannst du überall dort hinfahren, wo es dir gefällt!“ Tief bewegt stieg der Mann aus dem Wagen, hob den Kleinen aus dem Rollstuhl und setzte ihn auf seinen Beifahrersitz. Dabei wurde er von zwei Augenpaaren angestrahlt. Die drei machten einen Ausflug durch die Stadt und über das Land. Einen Ausflug, den keiner von ihnen jemals wieder vergessen würde.

Schon Mark Twain wusste: »Der beste Weg, sich selbst eine Freude zu machen, ist: zu versuchen, einem andern eine Freude zu bereiten.« Jemandem eine Freue machen, kann so einfach sein – wie auch diese Kurzgeschichte vermittelt. Auch bei mir ist es so. Wenn ich einem Menschen etwas schenke, dann ist es auch für mich das größte Geschenk, wenn sich die Person darüber freut. Das Geschenk selbst muss keinen materiellen Wert haben, damit man sich darüber freuen kann. Der kleine Junge findet zwar das Auto toll, doch die Tat, die sich dahinter verbirgt, ist doch so viel wichtiger. Er ist fasziniert davon, dass der Bruder des Mannes ihm ein so wertvolles Auto schenkt, ohne dass der Mann groß was dafür tun musste. Er wünscht sich also nicht, auch mal so ein Auto zu haben, sondern ein genauso guter und gütiger Mensch zu werden, wie es der Bruder des Mannes ist.

WiederWort von Stella (15)

Geduld

Gestern bekam ich eine E-Mail: Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass der Veranstalter für Ihr Event einen Ersatztermin gefunden hat. Die neuen Veranstaltungsdaten lauten wie folgt: 25.06.2022 20:00 Uhr in Köln.

Schon wieder. Ein Konzert wird verschoben. Ein Event abgesagt. Der Urlaub storniert. Dabei haben wir doch alle gehofft, dass es in diesem Jahr besser wird

und dass man solche Dinge wieder wahrnehmen kann.

Langsam ist die ganze Situation ziemlich frustrierend. Besserung ist keine in Sicht. Die Zahlen steigen. Die Impfkampagne läuft schleppend. Jetzt haben wir auch noch Ausgangssperre. Ich merke, wie viele Menschen nur noch genervt sind und auch meine Geduld neigt sich langsam dem Ende zu.

Ich werde ungeduldig. Wann können wir wieder „normal“ leben? Wird es überhaupt jemals wieder so sein wie vorher? Wann kann man sich wieder mit der Familie und mit Freunden treffen?

Ich werde ungeduldig. Werden wirklich alle Menschen, die geimpft werden möchten, dieses Jahr die Chance dazu bekommen?

Ich werde ungeduldig. Ich möchte raus. Ich möchte einfach mal spontan irgendwohin, ohne darauf achten zu müssen, ob ich dabei die Regeln verletze.

Ich werde u

ngeduldig. Werden wir im Sommer in den Urlaub fahren können?

Ich werde ungeduldig. Wird unsere Freizeit im Sommer nach Schweden stattfinden?

Bei all diesen Fragen und Gedanken fällt mir ein Vers aus dem Römerbrief ein:

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.  (Röm 12,12 – Lutherbibel 2017)

Gerade jetzt ist Geduld wichtiger denn je. Auch, wenn es einem vielleicht nicht immer leicht fällt, aber mit etwas Geduld werden wir die schwierige Zeit überstehen. Und dann können wir wieder aufatmen. Sei es auf einem Konzert, im Urlaub oder einfach mit Freunden im Garten.

Gott, wir bitten dich für uns alle um Geduld. Wir brauchen Geduld, wenn etwas von außen auf uns zukommt und uns überfordert. Wir brauchen Geduld, wenn Ungewissheit da ist und wir nicht wissen, wie es weiter geht. Wir brauchen Geduld. Abwarten, Loslassen von gewohnten Dingen, mit weniger zufrieden sein, gelassen und barmherzig sein mit sich selbst und mit anderen. Gott, gerade in diesen Tagen, wo wir alle unter den völlig veränderten Lebensbedingungen und der Kontaktsperre leiden, brauchen wird deine Hilfe und deine Unterstützung. Gott, hilf uns, dass wir stark, gefasst und geduldig durch diese Zeit gehen und die Hoffnung bewahren können. Amen.

 

Weg zum Leben

Der Spielplan liegt offen vor mir und ich trage ein, was aufgedeckt wird. Ich gestalte die Landkarte so, dass alles einen Ort findet, möglichst gewinnbringend angeordnet.

So ist das in meinem Leben auch. Wenn etwas Neues auftaucht, muss ich es unterbringen, hin und her schieben, einen Platz finden und es in Einklang bringen. Möglichst so integrieren, dass ich gut in der Zukunft damit zurechtkomme.

Gott, du zeigst mir den Weg zum Leben. Große Freude finde ich in deiner Gegenwart und Glück an deiner Seite für immer. Psalm 16,11

Mit Gott stehe ich auf der Gewinnerseite. Er hat die entscheidenden Hinweise parat. Er gibt mir oft genug eine Ahnung davon, wie mein Leben anzuordnen ist.

WiederWort von Sebastian (34)

Kreativität

Mich hat die Reiselust gepackt. Nun in einer solchen Zeit gestaltet sich das Reisen recht schwierig – naja eigentlich ist es nicht möglich. Doch meine Kreativität lässt Aufgeben nicht zu. Mit den Gedanken reisen klingt immer etwas bizarr. Ich kann das nicht wirklich gut, mir fehlt dabei immer etwas zum Festhalten. Am einfachsten fällt mir das Lesen. Mit bzw. in einem Buch zu reisen nach Paris, London oder wo immer man hin möchte, hilft mir die Reiselust etwas zu besänftigen. Auch wenn nach Beenden des Lesens der Wunsch an den Ort der Handlung zu reisen zwischenzeitlich ansteigt. Eine Alternative zum Lesen ist mir das Zeichnen. Ich bin bei weitem kein Picasso und Kunst ist zum Glück ein weit gefasster Begriff, doch beim Zeichnen versinke ich in meinen Gedanken. So habe ich die Möglichkeit auf Reisen zu sein und doch ganz Corona konform auf meiner Couch zu sitzen.

Habt ihr ein bestimmtes Hobby oder eine Aktivität, bei der ihr reist oder auch in Gedanken versinkt?

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. (Psalm 139,9f – Lutherbibel 2017)

WiederWort von Lisa (20)

Sehnsucht

Da ist diese SEHNSUCHT in mir.

Sehnsucht nach Leben in vollen Zügen.

Sehnsucht nach Lachen und Lieben.

Sehnsucht nach der Sehnsucht.

Sehnsucht nach dir, Gott, nach deiner Nähe.

Sprich hinein in meine Sehnsucht.

Fülle mein Herz und öffne es für dich.

Öffne es für die Menschen, die mir begegnen.

Stille meine Sehnsucht, Gott.

 

Wonach sehnt ihr euch?

Wie die Hirschkuh im trockenen Bachtal nach frischem Wasser schreit – so sehne ich mich, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem Gott meines Lebens. (Psalm 42,2+3 – BasisBibel)

WiederWort von Stefanie (35)

Unglücklich ist, wer vor der Zukunft Angst hat

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch total verloren fühlt. Das ist bei mir im Moment ein immer wiederkehrendes Gefühl. Es ist diese Ungewissheit was passieren wird. In naher und auch in weiter Zukunft. Mein Herz ist oft unruhig und vor dem Einschlafen habe ich oft so ein unangenehmes Bauchgefühl, dass mich um den Schlaf bringt. Ich muss bekennen, dass ich oft ungeduldig bin. Ich will endlich wissen, wie meine Zukunft aussehen wird. Ich mache so oft Pläne für mein Leben und bin mir völlig sicher, dass es genau so ablaufen wird, und doch grätscht mir das Leben immer wieder dazwischen und all meine Pläne zerfallen zu Staub. Von einem Moment auf den anderen ist alles was ich mir ausgemalt hatte hinfällig. Dann breitet sich in mir eine Panik aus und erst, wenn ich ein neues Ziel, einen neuen Plan habe, kann ich wieder beruhigt aufatmen. Ich bete schon so lange um Klarheit, verzweifle oft an dieser Ungewissheit. Warum zeigt Gott mir nicht einfach diese Dinge? Ich möchte das richtige tun, um später sicher zu sein, um mich sicher zu fühlen und nicht zu denken, dass sich alles, was ich mir aufgebaut habe innerhalb von einer Millisekunde in Luft auflöst.

Immer wieder sehe ich, wie alle anderen ihre Ziele erreichen und das bekommen, was sie sich so sehr wünsche, obwohl sie sich nicht mal halb so viel Mühe darum geben. Warum funktioniert es dann bei mir nicht? Naja, die Antwort ist ganz leicht. Das Leben ist nicht fair. Immer und immer wieder werden Menschen Steine in den Weg gelegt und es sollte uns nicht dazu bringen, aufzugeben und sich dem Gefühl der Hilflosigkeit hinzugeben. Nein! Was uns nicht umbringt macht uns stärker. Wir sollten dann einfach akzeptieren, dass es so geschehen ist und weiter machen. Irgendwie kommen wir schon da hin, wo wir hin sollen. So wie es einst der Philosoph Seneca sagte: „Unglücklich ist, wer vor der Zukunft Angst hat“ Gott wird uns leiten.

WiederWort von Stella (15)

Frühlingsgefühle

Wenn

ich mich draußen aufhalte, merke ich, der Winter zieht sich allmählich zurück. Auch, wenn es dieser Tage stürmisch war, sobald die Sonne herauskommt, fühlt sie sich an wie ein warmer Kuss.  Morgens ist es nicht mehr ganz so dunkel. Die Vögel singen ihre Lieder. Die Laune ist besser. Ich bin voller Energie und Motivation. Es ist schön, die Natur nach dem leblosen Winter wieder erwachen zu sehen. Diesen Umbruch und Neuanfang jedes Jahr wieder zu erleben und die Freude und Erwartung auf den Frühling kann ich kaum erwarten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Denn der Winter ist vorüber, der Regen vorbei, er hat sich verzogen. Blumen sprießen schon aus dem Boden, die Zeit des Frühlings ist gekommen. (Hohelied 2,11-12 – BasisBibel)

WiederWort von Sophia (26)

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