Wie ein roter Faden zieht sich der Glaube an Gott durch mein Leben. Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine Schwester und ich jeden Abend vor dem Schlafengehen gemeinsam mit meiner Mutter gebetet haben: „Müde bin ich, geh zur Ruhe, schließe beide Augen zu. Vater, lass die Augen dein über meinem Bette sein.“ Ich habe mich geborgen gefühlt in diesen Momenten und war mir ganz sicher: Gott hört mein Gebet. Später im Konfirmandenunterricht hat mich der Glaube fasziniert. Die alten Texte der Bibel zu lesen, die Menschen schon vor so langer Zeit aufgeschrieben und geglaubt hatten, gab mir ein Gefühl davon, auch mit meinem Glauben in einer ganz langen Tradition zu stehen und mit Menschen überall auf der Welt verbunden zu sein. Bei meinem ersten Kirchentag in Frankfurt habe ich dann zum ersten Mal eine ganz große Gemeinschaft erlebt. Eine positive Atmosphäre, die die ganze Stadt erfasst hatte. Ich kam mit wildfremdem Menschen ins Gespräch. Wir haben gemeinsam gesungen, gebetet und Spaß gehabt. Das war eine ganz tolle Erfahrung. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ aus Psalm 31,9 war das Motto des Kirchentages. Dort habe ich entdeckt, wie wichtig mir genau das ist: Dass Gott mich zu einem freien Menschen gemacht hat. Dass er mir Leben, Freiraum, eröffnet, den ich gestalten kann. Dafür bin ich Gott dankbar.  Bis heute zieht sich dieser Glaube wie ein roter Faden durch mein Leben. Er überdauert auch Zeiten des Zweifels, in denen ich diesen roten Faden richtig wiedersuchen muss. Ich bin froh, dass Gott die Verbindung mit mir hält – auch dann, wenn ich suche, frage und zweifle. Er sagt mir zu:

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen. (Jeremia 29,13f)

WiederWort von Stefanie (35)