Ich weiß noch sehr genau, was ich damals gemacht habe, als mich die Nachricht vom 11. September erreichte: Warten auf den Nachmittagssportunterricht in der Oberstufe. Ein Mitschüler kam von zu Hause und erzählte von den Bildern, die er gerade im Fernsehen gesehen hatte: Zwei Flugzeuge, die in das World Trade Center geflogen waren. Ich konnte es nicht glauben. Ich dachte zuallerst an die Freunde, die in dieser Zeit ihren Schüleraustausch in Amerika verbrachten, und hoffte, dass bei ihnen alles in Ordnung sei. Abends saß ich dann selbst lange mit meiner Familie vor dem Fernseher und schaute die Nachrichten an. Der 11. September 2001 hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt.

Der 11. September – für mich ein Tag, der Menschen zu gedenken, die damals ums Leben gekommen sind. Aber auch ein Tag, im Bemühen um Frieden nicht nachzulassen. Rechte Strömungen nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, die solche Tage, die solche Anschläge nutzen, um unsere Gesellschaft zu spalten und Hass gegenüber Ausländern, insbesondere gegenüber Muslimen, zu schüren.

Suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15 © Lutherbibel 2017; Jahreslosung 2019)

In einem Gedicht beschreibt Tina Willms, wie das aussehen kann:

Zwischen
den Fronten stehen
und sich doch nicht
zermahlen lassen.

Worte leihen dem Schmerz,
Räume öffnen dem Zorn.
Argumente sortieren.
Einfühlsam sein.

Dem zur Rechten
die linke Hand leihen
und dem zur Linken
die rechte Hand.

Bis auch sie
den einen Schritt wagen:
und einander
die Hände reichen.
(aus: Tina Willms, Dem Frieden hinterher. Inspirationen zur Jahreslosung und den Monatssprüchen 2019, Neukirchen-Vluyn 2018)

WiederWort von Stefanie (34)